ETFs kaufen ist wie Fahrradfahren.
Schwer zu beschreiben.
Aber kinderleicht, wenn man es einmal gemacht hat.
Das Problem:
Die meisten Ratgeber machen aus dem ETFs kaufen eine Raketenwissenschaft. Sie verwirren dich mit Fachbegriffen, komplizierten Strategien und unnötigen Details.
Dieser Artikel ist anders.
Hier bekommst du die Schritt-für-Schritt-Anleitung, die so simpel ist, dass deine Oma sie verstehen würde.
Nach diesem Artikel kannst du:
- Innerhalb von 10 Minuten dein erstes Depot eröffnen
- Den richtigen ETF auswählen (ohne 100 Produkte zu vergleichen)
- Clever investieren, mit einer Strategie, die dich vor dir selbst schützt
Und das Beste: Du brauchst kein Studium, kein Vorwissen und nicht mal viel Geld.
Du kannst noch heute anfangen.
Das Wichtigste in Kürze
- Depot eröffnen in 10 Minuten: Wähle einen Neobroker wie Trade Republic oder Scalable Capital – dort sparst du hunderte Euro an Gebühren, die sich über die Jahre zu tausenden Euro vermehren würden.
- Der richtige ETF für Einsteiger: Setze auf einen breit gestreuten Aktien-ETF wie den MSCI World oder FTSE All-World. Damit investierst du automatisch in über 1.500 Unternehmen weltweit und streust dein Risiko maximal.
- Sparplan statt perfektem Timing: Mit einem ETF-Sparplan investierst du ab 25 Euro monatlich automatisch – bei Neobrokern oft komplett kostenlos. Der beste Zeitpunkt zum Kaufen ist jetzt.
- Die Kerndepot-Spieldepot-Strategie schützt dich: Investiere 90 % deines Geldes langfristig in dein Kerndepot, die restlichen 10 % darfst du zum Experimentieren nutzen. So befriedigst du deinen Spieltrieb, ohne dein Vermögen zu gefährden.
- Robo Advisor für's Kerndepot nutzen: Lass einen Robo Advisor dein Kerndepot verwalten – er verhindert emotionale Fehlentscheidungen, macht automatisches Rebalancing und zieht deine Strategie stur durch.
- Vermeide die drei größten Fehler: Kaufe nicht zu viele verschiedene ETFs (einer reicht), warte nicht auf den perfekten Moment und verkaufe niemals aus Panik bei fallenden Kursen.
- Langfristig denken zahlt sich aus: Halte deine ETFs mindestens 10 Jahre oder länger. Kursschwankungen gleichen sich aus, und die Börse hat nach jeder Krise neue Höchststände erreicht.
Depot eröffnen: Dein Zugang zu ETFs
Ein Wertpapierdepot ist dein Konto für ETFs.
Ohne Depot kannst du keine ETFs kaufen. Punkt.
Die gute Nachricht: Ein Depot zu eröffnen dauert nur 10 Minuten. Online. Von zu Hause.
Die meisten Anbieter führen dich Schritt für Schritt durch den Prozess.
Direktbank oder Neobroker?
Direktbanken wie ING oder Consorsbank bieten mehr Service. Neobroker wie Trade Republic oder Scalable Capital sind günstiger.
Wenn du nur ETFs kaufen willst, reicht ein Neo-Broker vollkommen.
Die Kosten sind entscheidend. Bei einer Filialbank zahlst du oft mehrere hundert Euro pro Jahr an Gebühren.
Bei Neobrokern? Fast nichts.
Jeder Euro, den du an Gebühren sparst, vermehrt sich über die Jahre. Bei 7 % Rendite pro Jahr werden aus 100 Euro gesparten Gebühren über 30 Jahre hinweg über 760 Euro.
Deshalb sind niedrige Kosten so wichtig.
Die Depoteröffnung läuft überall ähnlich ab: Daten eingeben, Identität per Video-Chat bestätigen, fertig.
Den richtigen ETF auswählen
Jetzt wird es konkret: Welchen ETF sollst du kaufen?
Meine klare Empfehlung für Einsteiger: Ein breit gestreuter Aktien-ETF auf den MSCI World oder FTSE All-World.
Diese ETFs investieren dein Geld automatisch in über 1.500 Unternehmen weltweit.
Damit streust du dein Risiko maximal. Wenn ein Unternehmen pleitegeht, merkst du das kaum. Wenn eine ganze Branche schwächelt, fällt das nicht ins Gewicht.
Die wichtigsten Auswahlkriterien
Du erkennst einen guten ETF an diesen Merkmalen:
Niedriger Kostensatz (TER): Maximal 0,3 % pro Jahr bei weltweiten Aktien-ETFs. Je weniger, desto besser.
Großes Fondsvolumen: Mindestens 100 Millionen Euro. Das zeigt: Der ETF ist etabliert und wird gut gehandelt.
Physische Replikation: Der ETF kauft die Aktien wirklich, statt sie nur synthetisch nachzubilden.
Jeder ETF hat eine eindeutige Kennnummer, die ISIN.
Notiere dir diese ISIN. Damit findest du den ETF später bei deinem Broker problemlos.
ETFs kaufen: Die Schritt-für-Schritt-Anleitung
Jetzt kommt der praktische Teil.
Einmalanlage oder Sparplan? Das ist die erste Entscheidung.
Variante 1: Einmalanlage
Du hast 5.000 Euro übrig und willst sie jetzt investieren.
So gehst du vor:
Logge dich in dein Depot ein. Gib die ISIN des ETF in die Suchmaske ein. Klicke auf "Kaufen". Gib den Betrag ein, den du investieren möchtest. Wähle den Handelsplatz, bei Neobrokern ist dieser oft voreingestellt. Bestätige die Order.
Ein wichtiger Tipp: Kaufe ETFs während der Xetra-Handelszeiten (9:00 bis 17:30 Uhr). Dann sind die Kosten am niedrigsten, weil die meisten Marktteilnehmer aktiv sind. Der Unterschied zwischen Kauf- und Verkaufspreis (der Spread) ist dann am kleinsten.
Die beste Uhrzeit zum ETF-Kauf: zwischen 11:30 und 13:00 Uhr. Zu dieser Zeit sind die Börsen in Europa stabil und die US-Märkte noch geschlossen. Die Handelskosten sind minimal.
Variante 2: ETF-Sparplan
Du kannst nicht 5.000 Euro auf einmal investieren? Kein Problem.
Mit einem Sparplan investierst du automatisch jeden Monat einen festen Betrag. Schon ab 25 Euro monatlich kannst du bei den meisten Brokern starten.
Der Vorteil: Du musst nicht auf den perfekten Zeitpunkt warten. Der Sparplan läuft automatisch, egal, ob die Kurse gerade hoch oder niedrig sind.
Das nennt man den Cost-Average-Effekt.
Bei niedrigen Kursen kaufst du automatisch mehr Anteile. Bei hohen Kursen weniger. Über die Zeit gleicht sich das aus.
Die Einrichtung eines Sparplans ist simpel: Wähle deinen ETF aus. Klicke auf "Sparplan erstellen". Lege die monatliche Sparrate fest (z.B. 200 Euro). Wähle das Ausführungsintervall (monatlich oder quartalsweise). Bestimme den Ausführungstag (z.B. den 1. oder 15. des Monats).
Fertig.
Ab jetzt läuft alles automatisch. Du musst dich um nichts mehr kümmern.
Bei vielen Neobrokern sind ETF-Sparpläne komplett kostenlos. Null Euro Gebühren.
Die größten Fehler beim ETF-Kauf
Nach über 25 Jahren Börsenerfahrung kenne ich jeden Fehler.
Diese Fallen solltest du unbedingt vermeiden:
Fehler 1: Zu viele verschiedene ETFs kaufen
Viele Anfänger kaufen 10 verschiedene ETFs. Das ist unnötig.
Ein einziger weltweiter ETF reicht vollkommen aus. Ein MSCI World-ETF investiert bereits in über 1.500 Unternehmen aus 23 Ländern.
Das ist breite Streuung genug.
Mehr ETFs bedeuten nicht mehr Sicherheit. Sondern nur mehr Aufwand und Kosten.
Fehler 2: Auf den perfekten Zeitpunkt warten
Der größte Fehler überhaupt: nicht anzufangen.
Viele warten auf den nächsten Crash. Auf fallende Kurse. Auf den "perfekten Einstieg".
Das Problem: Niemand weiß, wann der kommt. Die Börse steigt langfristig. Wer wartet, verpasst Rendite. Jeden Tag. Jeden Monat. Jedes Jahr.
Deshalb gilt: Der beste Zeitpunkt zum ETF-Kauf ist jetzt.
Natürlich schwanken die Kurse. Natürlich gibt es auch mal Verluste.
Aber über 15 Jahre oder länger haben breit gestreute Aktien-ETFs in der Vergangenheit immer positive Renditen gebracht.
Fehler 3: Bei fallenden Kursen verkaufen
Ein Verlust ist erst dann ein Verlust, wenn du verkaufst.
Solange der ETF in deinem Depot liegt, ist es nur eine Schwankung.
Die Börse hat auch in den schlimmsten Krisen immer wieder neue Höchststände erreicht. Nach der Finanzkrise 2008. Nach der Corona-Pandemie 2020.
Wer durchgehalten hat, wurde belohnt.
Gerade jetzt, bei Trumps Zollpolitik und roten Zahlen im Depot, ist Geduld entscheidend. Bleib bei deiner Strategie. Lass Sparpläne weiterlaufen.
Schau am besten gar nicht oder nur selten in dein Depot. Das spart Nerven.
Kosten beim ETF-Kauf: Das zahlst du wirklich
Drei Kostenblöcke musst du kennen:
Ordergebühren beim Kauf: 0 bis 10 Euro pro Transaktion (bei Neo-Brokern meist kostenlos). Laufende ETF-Kosten (TER): 0,1 bis 0,5 % pro Jahr. Spread: Die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis (meist unter 0,1 %).
Bei einem breit gestreuten Aktien-ETF und einem günstigen Broker zahlst du insgesamt weniger als 0,5 % pro Jahr.
Zum Vergleich: Ein aktiv gemanagter Fonds kostet schnell 2 % oder mehr. Das ist das Vierfache.
Über 30 Jahre macht dieser Unterschied Zehntausende Euro aus.
Warum du dein ETF-Investment aufteilen solltest
Du hast jetzt alles gelernt, um ETFs zu kaufen. Aber viele machen an dieser Stelle einen entscheidenden Fehler.
Sie denken: "Jetzt kaufe ich ETFs und dann bin ich fertig."
Das Problem: Nach ein paar Wochen wird es langweilig. Du schaust trotzdem täglich ins Depot. Du liest Finanznachrichten.
Du bekommst den Drang, "etwas zu tun".
Und genau hier kommt die Kerndepot-Spieldepot-Strategie ins Spiel.
Diese Strategie löst ein psychologisches Problem: Sie gibt dir die Möglichkeit, aktiv zu sein, ohne dein Vermögen zu gefährden.
So funktioniert die Kerndepot-Spieldepot-Strategie
Das Prinzip ist simpel: 90 % deines Geldes investierst du in dein Kerndepot. Sicher, langfristig, stabil.
Die restlichen 10 % packst du in dein Spieldepot. Hier darfst du experimentieren. Einzelaktien kaufen. Themen-ETFs ausprobieren. Branchenwetten eingehen.
Warum ist das sinnvoll?
Weil du damit zwei Bedürfnisse gleichzeitig befriedigst: Sicherheit und Flexibilität. Vernunft und Spieltrieb.
Autopilot und aktives Handeln.
Das Kerndepot läuft komplett automatisch. Du richtest es einmal ein und lässt es laufen.
Jahre. Jahrzehnte. Ohne dich darum zu kümmern.
Das Spieldepot ist dein Lernfeld. Hier testest du Strategien. Hier verstehst du, wie Märkte funktionieren.
Hier machst du deine Erfahrungen, mit maximal 10 % deines Geldes.
Der entscheidende Vorteil
Die Kerndepot-Spieldepot-Strategie schützt dich vor dir selbst.
Aus eigener Erfahrung weiß ich: Die größten Verluste entstehen durch emotionale Entscheidungen.
Durch Gier bei steigenden Kursen. Durch Panik bei fallenden Kursen.
Wenn du alles Geld in einen einzigen ETF steckst, ist die Versuchung groß. Bei einem Crash willst du verkaufen.
Bei einem Hype willst du umschichten.
Mit der Kerndepot-Spieldepot-Strategie hast du ein Ventil: Im Spieldepot darfst du reagieren. Im Kerndepot bleibt alles unangetastet.
Das Beste: Selbst wenn du im Spieldepot alles verlierst (was extrem unwahrscheinlich ist), hast du noch 90 % deines Vermögens im Kerndepot.
Sicher. Geschützt. Am Laufen.
Warum ein Robo Advisor für's Kerndepot die bessere Wahl ist
Jetzt kommt die wichtigste Entscheidung:
Kaufst du die ETFs für dein Kerndepot selbst? Oder lässt du einen Robo Advisor ran?
Meine klare Empfehlung: Lass einen Robo Advisor machen.
Warum?
Weil du als Do-it-yourself-Anleger ein Problem hast: Deine Emotionen.
Stell dir vor: Es ist März 2020. Corona-Crash. Dein Depot ist 30 % im Minus. Jeden Tag rote Zahlen. Die Nachrichten überschlagen sich mit Horrormeldungen.
Was machst du?
Die meisten verkaufen aus Panik. Genau im falschen Moment. Sie realisieren ihre Verluste. Und verpassen dann den größten Aufschwung seit Jahrzehnten.
Ein Robo Advisor kennt keine Panik. Er verkauft nicht. Er bleibt stur bei der Strategie. Er macht weiter. Automatisch.
Das Gleiche gilt für Euphorie-Phasen. Wenn Tesla 500 % gestiegen ist und alle darüber reden. Wenn du denkst: "Ich muss auch da rein."
Ein Robo Advisor hält dich davon ab. Er bleibt bei deiner ursprünglichen Strategie. Ohne Kompromisse.
Was ein Robo Advisor für's Kerndepot leistet
Ein Robo Advisor übernimmt nicht nur den ETF-Kauf. Er macht viel mehr:
Automatisches Rebalancing: Wenn eine Anlageklasse stark gestiegen ist, verkauft er. Wenn eine gefallen ist, kauft er nach. Das hält dein Risiko konstant.
Emotionsfreies Handeln: Er reagiert nicht auf Nachrichten. Nicht auf Crashs. Nicht auf Hypes. Er zieht die Strategie durch. Immer.
Kontinuierliche Überwachung: Er passt dein Portfolio an, wenn sich Märkte fundamental verändern. Du musst nichts tun.
Disziplin erzwingen: Du kannst nicht im falschen Moment eingreifen. Du kannst keine Panikverkäufe machen. Du kannst keine dummen Entscheidungen treffen.
Der Robo Advisor ist dein persönlicher Verhinderer. Er verhindert, dass du Fehler machst. Automatisch. Ohne Wenn und Aber.
Als Do-it-yourself-Anleger müsstest du all das selbst machen. Rebalancing. Disziplin. Emotionskontrolle. Glaub mir: Die meisten scheitern daran.
Die perfekte Umsetzung
Für dein Kerndepot empfehle ich dir einen Robo Advisor. Er kümmert sich um alles. Du musst nur noch zusehen.
Für dein Spieldepot empfehle ich einen Neobroker. Niedrige Kosten. Einfache Bedienung. Perfekt zum Experimentieren.
Diese Kombination: Robo Advisor fürs Kerndepot, Neo-Broker fürs Spieldepot, hat sich bei vielen Anlegern bewährt.
Du bekommst das Beste aus beiden Welten: Sicherheit durch den Robo Advisor. Flexibilität durch den Neobroker. Autopilot für 90 % deines Geldes. Kontrolle für die restlichen 10 %.
Langfristige Geldanlage und Vermögensaufbau ohne emotionale Fehlentscheidungen. Und gleichzeitig die Möglichkeit, aktiv zu lernen und zu experimentieren.
Steuern beim ETF-Kauf: Das musst du wissen
Die gute Nachricht: Beim Kauf fallen keine Steuern an.
Erst wenn du Gewinne realisierst, also ETFs verkaufst, wird die Abgeltungssteuer fällig. Das sind 25 % plus Solidaritätszuschlag auf deinen Gewinn.
Wichtig: Du hast einen jährlichen Freibetrag von 1.000 Euro (2.000 Euro für Verheiratete).
Bis dahin zahlst du keine Steuern auf Kapitalerträge.
Stelle bei deinem Broker einen Freistellungsauftrag ein. Dann werden die Steuern automatisch korrekt berechnet und abgeführt. Du musst dich um nichts kümmern.
Wann du deine ETFs wieder verkaufen solltest
Klar, irgendwann willst du dein Geld haben.
Aber wann ist der richtige Zeitpunkt?
Grundsätzlich gilt: Halte ETFs mindestens 10 Jahre. Besser länger. In diesem Zeitraum gleichen sich Kursschwankungen aus.
Die Wahrscheinlichkeit für positive Renditen steigt massiv.
Verkaufe niemals aus Panik. Nicht bei einem Crash. Nicht bei roten Zahlen im Depot.
Verkaufe nur, wenn du das Geld wirklich brauchst. Zum Beispiel im Ruhestand. Dann kannst du dir nach und nach eine eigene Rente auszahlen.
Du musst nicht alles auf einmal verkaufen. Verkaufe nur das, was du gerade benötigst. Der Rest bleibt im Depot und vermehrt sich weiter.
Der erste Schritt ist der wichtigste
Jetzt hast du alles Wissen, das du brauchst.
Du weißt, wie du ein Depot eröffnest. Welchen ETF du kaufst. Wie der Kaufprozess abläuft. Wie du dein Investment intelligent aufteilst.
Aber Wissen allein bringt keine Rendite. Nur Handeln bringt Ergebnisse.
Deshalb meine Empfehlung: Fang klein an. Eröffne ein Depot bei einem Robo Advisor.
Richte einen Sparplan über 50 Euro monatlich ein.
Spüre, wie es sich anfühlt, Geld zu investieren. Beobachte die ersten Kursschwankungen. Lerne aus der Praxis.
Mit der Zeit kannst du die Sparrate erhöhen. Aus 50 Euro werden 100 Euro. Aus 100 Euro werden 200 Euro. Aus 200 Euro werden 500 Euro.
Und in 20 oder 30 Jahren schaust du auf ein beachtliches Vermögen.
Einfach weil du heute angefangen hast.

