Die Köpfe der Robo Advisor Branche

Dr. Gerd Kommer von Gerd Kommer Capital

Aktualisiert am: August 3, 2021

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Dr. Gerd Kommer, Gründer von Gerd Kommer Capital

Jede Geschichte hat ihren Ursprung. Was hat dich dazu bewogen, dich hauptberuflich mit Robo Advisor auseinanderzusetzen?

Gerd Kommer: Ich habe Anfang 2017 Gerd Kommer Invest gegründet, eine Honorarberatung und Vermögensverwaltung für vermögende Privatkunden. In den drei Jahren danach merkten wir, dass wir mit unserer sehr umfassenden Publicity – damit meine ich unsere Bücher, Blog-Beiträge, YouTube-Videos, Podcasts und Print-Artikel – viele Menschen erreichen, die aus jeweils unterschiedlichen Gründen keine Do-it-Yourself-Anleger sein wollen, aber eben auch nicht eine Mio. Euro liquides Vermögen haben, das sie für eine Zusammenarbeit mit der Gerd Kommer Invest bräuchten. Aus dieser Sachlage heraus hatten wir Anfang 2020 die Idee, einen eigenen Robo zu gründen. Der ging dann als Gerd Kommer Capital Anfang November 2020 live.

Was ist denn an deinem Beruf das Schönste? Was gefällt dir am besten?

Gerd Kommer: Vieles. Besonders hervorheben möchte ich drei Aspekte: Erstens, dass wir mit vielen ganz unterschiedlichen und super-interessanten Menschen in Bezug auf etwas für diese Menschen sehr Wichtiges zusammenarbeiten: Ihr Vermögen, ihr Geld. Das ist spannend und erfüllend. Der zweite Gesichtspunkt: Wir betrachten und praktizieren unsere Arbeit auf dem Gebiet der Geldanlage und Vermögensbildung durch eine rein wissenschaftliche Brille. Das macht im deutschsprachigen Raum für normale Privathaushalte so kaum jemand außer uns. Dafür bekommen wir viel Wertschätzung. Der dritte Punkt ist, dass meine Arbeit mir gestattet, mit faszinierenden, ehrgeizigen, anspruchsvollen Kollegen zusammenzuarbeiten, von denen die meisten noch sehr jung sind. Das inspiriert mich.

Was war für dich auf der Reise bis jetzt ein positives Highlight und was ein Rückschlag?

Gerd Kommer: Ein positives Highlight ist der Erfolg, den wir haben – also das erfreuliche Wachstum unserer beiden Unternehmen Gerd Kommer Capital und Gerd Kommer Invest. Gewissermaßen ein Rückschlag ist die viele Bürokratie und Admin, mit der wir uns jeden Tag rumschlagen müssen, wobei die Bezeichnung "Rückschlag" dafür eigentlich nicht richtig passt. Bürokratie und Admin sind einfach Dinge, die mir persönlich wenig Spaß machen, aber leider werden sie im Zeitablauf nicht weniger, sondern eher mehr.

Was sind die Dinge, die dich motivieren und inspirieren?

Gerd Kommer: Drei dieser Dinge habe ich ja schon in einer der vorherigen Fragen genannt. Ganz allgemein inspirieren mich vor allem Dinge, die mir helfen, mich als Mensch und beruflich in der Finanzbranche weiterzuentwickeln – dazu gehört lebenslanges Lernen und lebenslange Kreativität. Ich bin jetzt 58 Jahre alt. Die Vorstellung, mich nicht mehr weiterzuentwickeln und mich sozusagen "zur Ruhe zu setzen", fände ich beängstigend. Solange meine Gesundheit mir nicht diktiert, mich zur Ruhe zu setzen, werde ich das auch nicht tun.

Wie bildest du dich weiter?

Gerd Kommer: Ich lese viel. Pro Woche etwa ein Buch und mindestens ein wissenschaftliches Paper. Die Bücher sind zur einen Hälfte Romane, vor allem Romane aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert, die andere Hälfte sind Sachbücher, die meisten davon im Bereich Wirtschaft und Finanzen.

Verrate uns keine finanziellen Details, aber wie legst du selbst Geld an?

Gerd Kommer: Ich lege mein Geld genauso an, wie ich es seit über 20 Jahren in meinen Büchern beschreibe und seit gut vier Jahren meinen Mandanten empfehle – also passiv, prognosefrei, global gestreut in Form von Aktien- und Anleihen-ETFs, auf Buy-and-Hold-Basis und stark orientiert an der Wissenschaft. Immobilien sind nicht mein Ding, dafür ist mir deren Kombination aus Rendite, Risiko, Illiquidität und Arbeitsaufwand nicht attraktiv genug.

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-gründer, gerd kommer capital-

Der heute noch mikroskopische Marktanteil von Robos wird in den nächsten 30 Jahren zwar langsam, aber dafür stetig und am Ende in der Summe sehr deutlich wachsen.

Was ist euer Erfolgsrezept für den Kunden?

Gerd Kommer: Strikte wissenschaftliche Orientierung im Investmentansatz, maximale Transparenz für unsere Kunden, niedrige Kosten und die fanatische Vermeidung von Interessenkonflikten. Die sind bei dem Großteil unserer Wettbewerber – also Banken, Finanzberatern, Vermögensverwaltern und Versicherungsvertretern – die Norm und zum Glück finden das immer mehr Privatanleger unlustig.

Wo siehst du die größten Herausforderungen in der Digitalisierung der Geldanlage?

Gerd Kommer: Über die nächsten 10, 20 Jahre wird die betragliche Untergrenze für "nicht-digitale" Geldanlage, also Finanzberatung und Vermögensverwaltung mit nennenswerter Einbindung eines Menschen, auf über 500.000 oder sogar eine Million Euro steigen. Darunter wird es in der längerfristigen Zukunft wohl fast nur noch "digitale" Vermögensberatung und -verwaltung geben. Allerdings muss man sagen, dass die Grenze zwischen "digitalen" und "traditionellen" Vertriebsmodellen bei Finanzdienstleistern weiter verschwimmen wird. Das sind dann die so genannten "hybriden" Beratungsmodelle.

Wie sieht deiner Meinung nach die Zukunft des Robo Advisor Marktes aus?

Gerd Kommer: Ich glaube rosig, besonders für die wirklich unabhängigen Robos, also diejenigen, die keine Töchter von großen Banken, Versicherungskonzernen oder großen aktiven Fondsgesellschaften sind. Der heute noch mikroskopische Marktanteil von Robos wird in den nächsten 30 Jahren zwar langsam, aber dafür stetig und am Ende in der Summe sehr deutlich wachsen. Robos profitieren von drei strukturellen Rückenwinden: Die jungen, nachwachsenden Generationen sind alle internet-affin, der technische Fortschritt macht Robos immer besser und die Kosten im traditionellen Finanzvertrieb sind immer weniger wettbewerbsfähig.

Wie kann es gelingen, mehr Menschen in Deutschland auf Robo Advisor aufmerksam zu machen?

Gerd Kommer: Durch mehr Marketing. Da knausern viele der kleinen Robos noch – vielleicht aus Geldmangel, teilweise wohl auch aus Mangel an Kreativität. Mit Kreativität meine ich nicht zuletzt Content in sozialen Medien. Wir versuchen vor allem auf der Content-Strecke besser zu sein als unsere Wettbewerber.

Vielen Dank für dieses Interview und deine Zeit. Was möchtest du unseren Lesern zum Abschluss noch mit auf den Weg geben?

Gerd Kommer: Bitte den kostenlosen monatlichen Newsletter von Gerd Kommer Capital abonnieren! Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass es der beste Investment-Newsletter für Privatanleger im deutschsprachigen Raum ist. 90% seines Inhalts hat mit GKC übrigens gar nichts oder fast nichts tun.

Der Interviewer

Michael Beutel ist Gründer von Geldanlage-digital und seit über 20 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Als Dipl.-Volksw. / Dipl.-Kfm. sammelte er langjährige Erfahrungen im Finanzbereich und im Aufbau digitaler Geschäftsmodelle. Mit der Plattform Geldanlage-digital bringt er Transparenz in den Markt der digitalen Geldanlage und unterstützt Privatanleger dabei, den richtigen Robo Advisor zu finden.

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