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Robo Advisor Kosten: Alle Gebühren im Vergleich

Michael Beutel · 13. April 2026  ·   min

Ein Robo Advisor kostet typischerweise zwischen 0,5 % und 1,0 % pro Jahr. Das ist mehr als ein ETF-Sparplan, den du selbst aufsetzen könntest.

Soweit das Standardargument. Es stimmt, rein rechnerisch.

Aber rechne mal ehrlich: Was kostet dich dein aktuelles Setup wirklich? Nicht nur in Gebühren, sondern in Struktur, die fehlt. In Positionen, die du mal gekauft und nie wieder angefasst hast. In einem Depot, das über Jahre gewachsen ist, ohne dass jemand auf die Gesamtallokation geschaut hat.

Die Frage ist nicht, ob ein Robo Advisor Geld kostet. Sondern ob dein DIY-Depot dich am Ende mehr kostet, als du denkst.

Auf dieser Seite findest du den vollständigen Kostenvergleich aller 33 Robo Advisor am deutschen Markt. Dazu eine Aufschlüsselung aller Gebühren-Bausteine, eine Einordnung in den internationalen Kontext und eine ehrliche Analyse, wann sich die Kosten lohnen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Gesamtkosten eines Robo Advisor liegen zwischen 0,10 % und 2,94 % pro Jahr (Servicegebühr + Fondskosten). Der Median liegt bei 0,96 %, also rund 480 € pro Jahr bei 50.000 € Anlagesumme.
  • Die Kosten setzen sich aus bis zu sieben Bausteinen zusammen: Servicegebühr, Depotkosten, Fondskosten (TER), Transaktionskosten (Depot- und Fondsebene), Spreads und (selten) erfolgsabhängige Gebühren.
  • Der größte Kostenvorteil eines Robo Advisor ist nicht die Gebühr selbst, sondern was du dafür bekommst: automatisches Rebalancing, saubere Allokation und eine Struktur, die ohne dein tägliches Zutun funktioniert.

Die Rechnung, die die meisten nicht machen

Bevor wir die einzelnen Kostenbausteine durchgehen, eine Zahl, die den Rahmen setzt.

Stell dir vor, du investierst einmalig 50.000 Euro und legst monatlich 300 Euro dazu. Die angenommene Rendite beträgt 7 % pro Jahr, was ungefähr der historischen Rendite von Aktien entspricht.

Du hast zwei Optionen:

Ein klassischer Mischfonds aus der Bankfiliale mit Kosten von 2,5 % pro Jahr. Oder ein Robo Advisor mit Gesamtkosten von rund 1,0 % pro Jahr.

Der Unterschied: 1,5 Prozentpunkte. Klingt nach fast nichts.

Das Ergebnis nach 30 Jahren:

Jahre

Mischfonds (2,5 %)

Robo Advisor (1,0 %)

Differenz

5 Jahre

82.028 €

87.640 €

5.612 €

10 Jahre

121.694 €

137.872 €

16.178 €

20 Jahre

231.657 €

294.362 €

62.705 €

30 Jahre

400.316 €

573.053 €

172.737 €

Über 170.000 Euro Unterschied. Allein durch die Kosten.

Der Grund heißt Zinseszinseffekt: Die jährliche Kostendifferenz bleibt dir erhalten und wächst mit 7 % pro Jahr mit. Aus kleinen Unterschieden werden über die Zeit große Summen.

Zugegeben, das Beispiel ist zugespitzt. Es gibt günstigere aktive Fonds und auch Robo Advisor mit höheren Gesamtkosten. Aber es zeigt den Punkt: Die zukünftige Rendite deiner Geldanlage ist immer unsicher. Die Kosten sind immer vorher bekannt. Sie sind der einzige Hebel, den du wirklich kontrollierst.

Deshalb lohnt es sich, die einzelnen Kostenbausteine zu verstehen.

Robo Advisor Kosten im direkten Vergleich: Alle 33 Anbieter

Hier siehst du, was jeder Robo Advisor in Deutschland bei 50.000 € Anlagesumme pro Jahr tatsächlich kostet. Servicegebühr plus Fondskosten (TER), zusammengerechnet zu den Gesamtkosten.

Hinweise: Bei gestaffelten Gebühren wird die bei 50.000 € gültige Stufe verwendet. Bei Anbietern mit MwSt.-Ausweis (Openbank, Revolut) inkl. MwSt. quirion erhebt im ersten Jahr bis 10.000 € keine Servicegebühren. Zeitlich begrenzte Neukundenaktionen sind nicht berücksichtigt.

Vollständiges Kosten-Ranking bei 50.000 €

Rang

#

An­bieter

Service p.a.

+ TER p.a.

= Gesamt p.a.

€/Jahr

Perf.-Fee

Struk­tur

1

0,00 %

~0,10 %

0,10 %

50 €

Nein

Flat

2

0,38 %

0,12 %

0,50 %

250 €

Nein

Ge­staffelt

3

0,46 %

0,13 %

0,59 %

295 €

Nein

Ge­staffelt

4

0,40 %

0,25 %

0,65 %

325 €

Nein

Ge­staffelt

5

0,48 %

0,17 %

0,65 %

325 €

Nein

Ge­staffelt

6

0,00 %

0,79 %

0,79 %

395 €

Nein

Flat

7

WillBe

0,49 %

~0,30 %

0,79 %

395 €

Nein

Flat

8

VisualVest

(Vestfolio)

0,60 %

0,20 %

0,80 %

400 €

Nein

Flat

9

0,70 %

0,14 %

0,84 %

420 €

Nein

Ge­staffelt

10

0,60 %

0,25 %

0,85 %

425 €

Nein

Flat

11

ING Smart Invest

0,65 %

~0,20 %

0,85 %

425 €

Nein

Ge­staffelt

12

0,70 %

0,18 %

0,88 %

440 €

Nein

Ge­staffelt

13

Revolut

0,75 %

~0,15 %

~0,90 %

450 €

Nein

Flat

14

0,75 %

0,19 %

0,94 %

470 €

Nein

Ge­staffelt

15

0,75 %

0,21 %

0,96 %

480 €

Nein

Flat

16

Whitebox Value

~0,75 %

~0,21 %

0,96 %

480 €

Nein

Ge­staffelt

17

0,75 %

0,23 %

0,98 %

490 €

Nein

Flat

18

Openbank

0,79 %

0,20 %

0,99 %

495 €

Nein

Ge­staffelt

19

0,75 %

0,25 %

1,00 %

500 €

Nein

Flat

20

0,75 %

0,26 %

1,01 %

505 €

Nein

Flat

21

0,75 %

0,31 %

1,06 %

530 €

Nein

Flat

22

1,09 %

~0,00 %

1,09 % + Perf.

545 € +

10 % HWM

Gest.+Perf.

Gest.+
Perf.

23

Consors­bank

0,80 %

0,39 %

1,19 %

595 €

Nein

Flat

24

-

-

1,20 %

600 €

Nein

All-in

25

1,00 %

0,25 %

1,25 %

625 €

Nein

Flat

26

1,00 %

~0,40 %

1,40 %

700 €

Nein

Ge­staffelt

27

1,40 %

0,00 %

1,40 % + Perf.

700 € +

10 % HWM

Gest.+Perf.

Gest.+
Perf.

28

0,55 %

0,88 %

1,43 %

715 €

Nein

Flat

29

1,18 %

~1,76 %

~2,94 %

1.470 €

Nein

Flat

Nicht im 50k-Ranking:

Anbieter

Grund

Gesamt­kosten

Flossbach von Storch ONE

Mindest­anlage 100.000 €

1,20 % All-in

LIQID

Mindest­anlage 100.000 €

0,67 % (bei 100k)

Peaks

Abomodell (1,99 bis 4,99 €/Monat + variabel)

nicht prozentual vergleichbar

inno invest

0,50 % + bis 5 % Perf.-Fee + sep. Trans­aktions­kosten

nicht bezifferbar

Markt-Benchmark: Ø 0,99 % Gesamtkosten | Median 0,96 % | Ø 494 €/Jahr bei 50.000 €

Die Spanne ist enorm: Zwischen dem günstigsten (Mintos, 50 €/Jahr) und dem teuersten Anbieter (vividam, 1.470 €/Jahr) liegen 1.420 € pro Jahr. Über 20 Jahre sind das bei 7 % Rendite mehr als 50.000 € Differenz, allein durch den Kostenunterschied.

Aber die reine Servicegebühr ist nur ein Teil der Geschichte. Um die Gesamtkosten eines Robo Advisor wirklich zu verstehen, lohnt sich ein Blick auf die einzelnen Bausteine.

Welche Kosten fallen bei einem Robo Advisor an?

Die Preismodelle der Robo Advisor sind transparent. Die Gebühren bestehen aus bis zu sieben Bausteinen. In der Praxis werden aber nur zwei auf der Preisseite ausgewiesen: Servicegebühr und Fondskosten. Die restlichen fünf sind unsichtbar, aber real.

Die folgende Grafik stammt aus der Studie "Asset Management im Robo-Advisory".

robo-advisor-studie-2022-evergreen

Wenn du dein Depot selbst verwaltest, fallen übrigens fast alle diese Kosten genauso an, nur weniger sichtbar. Der Unterschied: Beim Robo Advisor siehst du sie gebündelt in einer Zahl. Beim DIY-Depot verteilen sie sich auf Broker-Gebühren, ETF-Kosten, Spread-Verluste und deine eigene Zeit, die nirgends auftaucht.

1. Servicegebühr

Die Servicegebühr ist der Kern der Robo-Advisor-Kosten. Sie wird jährlich erhoben und orientiert sich an der Höhe deiner Anlagesumme.

Dafür bekommst du:

  • Vermögensverwaltung
  • Überwachung und Rebalancing deines Portfolios
  • Reporting
  • Kundenservice

Dazu sind in der Servicegebühr in der Regel die Kosten der Partnerbank enthalten: Kontoführung, Depotführung und Wertpapiertransaktionen.

Viele Anbieter staffeln die Servicegebühr nach Anlagesumme. Je höher dein Investment, desto niedriger der prozentuale Satz.

Die Abrechnung erfolgt je nach Anbieter monatlich, quartalsweise oder jährlich. Sie wird entweder von deinem Verrechnungskonto abgebucht oder durch den Verkauf von Fondsanteilen dem Depot entnommen.

Unsere Auswertung über alle 33 Robo Advisor:

Kennzahl

Wert

Durchschnittliche Servicegebühr

0,67 % p.a.

Median

0,72 % p.a.

Spanne

0,00 % bis 1,40 %

Günstigstes Quartil

unter 0,48 %

Teuerstes Quartil

über 0,79 %

Zwei Anbieter erheben gar keine Servicegebühr: Mintos (Finanzierung über das eigene Ökosystem) und Evergreen (Finanzierung über die eigenen Fondskosten). Beide Modelle funktionieren grundlegend anders als der Rest des Markts.

Zum Vergleich: Wenn du dein ETF-Depot selbst verwaltest, zahlst du keine Servicegebühr. Dafür übernimmst du Rebalancing, Allokation und Überwachung selbst. Ob du das regelmäßig und diszipliniert tust, ist die entscheidende Frage.

2. Depotkosten

Robo Advisor bieten keine eigenen Depots an, da sie in der Regel keine Banklizenz besitzen. Das übernimmt eine Partnerbank, was zusätzliche Sicherheit bietet: Dein Vermögen lagert bei einer Bank unter staatlicher Aufsicht der BaFin, nicht beim Robo Advisor.

Die Kosten für Konto- und Depotführung sowie Wertpapiertransaktionen der Partnerbank sind in der Servicegebühr enthalten. Separate Depotkosten fallen bei keinem der 33 Anbieter an.

Eine Ausnahme bilden Anbieter mit operativer Fondshülle (dazu gleich mehr bei Punkt 7).

3. Fondskosten (TER)

Zur Servicegebühr kommen die laufenden Kosten der Produkte im Portfolio hinzu. Also die Gebühren für die ETFs, Fonds oder anderen Finanzinstrumente, die der Robo Advisor für dich einsetzt.

Diese Kosten werden über die Kennzahl TER (Total Expense Ratio, auch Gesamtkostenquote) angegeben. Die TER enthält Managementgebühren des Fondsanbieters, Kosten der Kapitalverwaltungsgesellschaft, Depotbankgebühren des Fonds sowie Gebühren für Vertrieb und Administration.

Die Höhe der TER hängt vom Portfolio ab. Aktiv gemanagte Fonds sind deutlich teurer als passive Fonds wie ETFs. Einzeltitel (Aktien, Anleihen) haben keine Produktkosten.

Unsere Auswertung der Fondskosten über alle 33 Anbieter:

Kennzahl

Wert

Durchschnittliche TER

0,33 % p.a.

Median

0,22 % p.a.

Spanne

0,00 % bis ~1,76 %

Die meisten Robo Advisor setzen bewusst auf kostengünstige ETFs mit einer TER von 0,10 % bis 0,25 %. Die Ausreißer nach oben kommen von Anbietern mit aktiven Fonds: vividam setzt auf aktive Nachhaltigkeitsfonds (TER ~1,76 %), Fidelity Wealth Expert auf hauseigene aktive Fonds (TER 0,88 %).

Wichtig: Diese Fondskosten fallen genauso an, wenn du selbst in ETFs oder Fonds investierst. Sie sind kein Robo-Advisor-spezifischer Kostenpunkt. Auf die Höhe der TER hat der Robo Advisor keinen Einfluss. Er ist weder an den Kosten beteiligt noch verdient er daran.

Die Sache ist: Die Servicegebühr steht immer im Vordergrund, weil die Anbieter sie auf ihren Preisseiten groß ausweisen. Aber die Fondskosten können die Gesamtkosten massiv verändern. Bei Fidelity WE machen die Fondskosten 62 % der Gesamtkosten aus. Bei growney nur 24 %. Wer nur auf die Servicegebühr schaut, vergleicht Äpfel mit Birnen.

4. Transaktionskosten

Bei jedem Kauf oder Verkauf von Wertpapieren entstehen Ordergebühren. Diese werden von der Partnerbank erhoben und sind in der Regel in der Servicegebühr enthalten.

Je häufiger ein Portfolio umgeschichtet wird, desto höher werden die Transaktionskosten. Das gilt auch für's Rebalancing. Bei vierteljährlichem Rebalancing mit 10 bis 15 ETF-Positionen summieren sich diese Kosten auf geschätzt 0,05 bis 0,15 % pro Jahr, je nach Broker-Konditionen.

Davon zu unterscheiden sind die Transaktionskosten auf Fondsebene. Die fallen innerhalb eines Fonds an, wenn dort Wertpapiere gekauft oder verkauft werden. Diese Kosten sind nicht in der TER enthalten und werden in der sogenannten Gesamtkostenquote (Ongoing Charges) ausgewiesen, aber von kaum einem Robo Advisor aktiv kommuniziert.

5. Spreads

Beim Kauf und Verkauf von Wertpapieren über die Börse fällt ein Spread an, also die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis (auch Geld-Brief-Spanne). Je liquider das Wertpapier, desto geringer der Spread.

Bei liquiden Standard-ETFs (MSCI World, S&P 500) liegt der Spread bei nur rund 0,07 %. Bei illiquiden Nischen-ETFs (Frontier Markets, Themen-ETFs) kann er bis zu 2,00 % betragen. Robo Advisor, die auf Nischen- oder Themen-ETFs setzen, sind hier systematisch im Nachteil.

Manche Robo Advisor handeln Fonds zum NAV (Nettoinventarwert). Hier gibt es keinen klassischen Spread, stattdessen ein Transaktionsentgelt (Additional Trading Costs / ATCs). Welches Modell am Ende günstiger ist, lässt sich pauschal nicht sagen. Die Unterschiede sind in der Praxis gering.

Auch Spreads fallen bei der eigenständigen Anlage an. Wer häufig umschichtet, zahlt mehr. Ein weiterer Grund, warum eine ruhige, systematische Strategie (ob Robo oder DIY) langfristig günstiger ist als ständiges Hin und Her.

6. Erfolgsabhängige Gebühr (Performance-Fee)

Eine Erfolgsbeteiligung (auch Performance-Fee) ist eine Gebühr, die abhängig von der Wertentwicklung erhoben wird. Aktuell nutzen drei Anbieter dieses Modell: Solidvest (10 % HWM), Estably (10 % HWM) und inno invest (5 % HWM).

Alle drei berechnen die Erfolgsbeteiligung nach dem High Water Mark-Prinzip (HWM): Wird am Jahresende nach Abzug der Servicegebühr ein Gewinn gegenüber dem historischen Höchststand erzielt, erhalten die Anbieter einen Prozentsatz dieser Wertsteigerung. Sind Verluste angefallen, müssen diese erst aufgeholt werden, bevor neue Gebühren anfallen.

Das klingt fair. In der Praxis hat das HWM-Prinzip aber einen systematischen Nachteil für den Anleger: Nach einem Kurseinbruch (wie 2022 mit rund minus 20 %) muss das Portfolio erst das alte Niveau wieder erreichen. In dieser Erholungsphase hast du als Anleger keine reale Rendite erzielt. Aber sobald das alte Hoch überschritten wird, wird sofort wieder die Performance-Fee fällig. du zahlst also für die bloße Erholung eines Verlusts, den du selbst erlitten hast.

Für die meisten Anleger ist dieser Baustein irrelevant, da 30 von 33 Robo Advisor keine Performance-Gebühr erheben.

7. Die unsichtbaren Kosten: Was die Preisseiten nicht zeigen

Die sechs Bausteine oben sind die offiziellen Kostenkomponenten. Aber es gibt eine siebte Ebene, die auf keiner Preisseite steht: die kumulierten unsichtbaren Kosten aus Transaktionen und Spreads.

Für einen typischen passiven ETF-Robo (Standardindizes, vierteljährliches Rebalancing) schätzen die Evergreen-Studien (2022 bis 2024) diese zusätzlichen Kosten auf rund 0,10 bis 0,30 % pro Jahr. Das sind 50 bis 150 € bei 50.000 € Anlage. Bei aktiven Robos mit Nischenprodukten oder Einzeltiteln kann dieser Betrag auf 0,30 bis 0,50 % p.a. steigen.

Die Gesamtkosten aus unserem Ranking (Servicegebühr + TER) sind also die Untergrenze. Die tatsächlichen Kosten liegen bei allen Anbietern etwas höher. Der Unterschied ist bei passiven ETF-Robos mit Standardindizes am geringsten.

Die Ausnahme: Operative Fondshüllen. Evergreen und eine Handvoll weiterer Anbieter nutzen ein anderes Modell. Statt eines Kundendepots bei einer Partnerbank investieren sie über eigene Fonds. Die Portfoliosteuerung findet innerhalb der Fondshülle statt. Das hat zwei Vorteile: Keine separaten Depot-Transaktionskosten für dich und steuerfreies Rebalancing innerhalb des Fonds. Die TER von Evergreen (0,79 %) ist daher näher an den tatsächlichen Gesamtkosten als bei den meisten depotbasierten Robos.

Welcher Robo Advisor passt zu deinem Budget?

Das Ranking oben zeigt 31 Anbieter, sortiert nach Kosten. Aber der günstigste ist nicht automatisch der richtige. Was zählt, ist die Kombination aus Kosten, Leistung und dem, was du brauchst.

Statt nur nach Kosten zu sortieren, hilft es, die richtige Frage zu stellen: In welchem Segment bist du unterwegs?

Minimale Kosten bei voller Leistung

Du bist preissensitiv, willst aber ein vollwertiges Robo-Produkt mit echtem Vermögensverwaltungsmandat, automatischem Rebalancing und BaFin-Regulierung.

Die erste Wahl:

  • growney (0,50 % bei 50k): Ab 50.000 € greift die günstigere Stufe. Nur 0,12 % Fondskosten, der niedrigste TER-Wert unter allen ETF-Robos. Kosten-Effizienz-Sieger in unserer Auswertung.
  • Raisin Invest (0,59 % bei 50k): Vanguard-Indexfonds statt ETFs drücken die TER auf 0,13 %. Die günstigste vollwertige Vermögensverwaltung unter den etablierten Anbietern.
  • quirion Digital (0,65 % bei 50k): Wissenschaftlich fundiert, im Echtgeld-Test Performance-Rang 2. Im Digital-Paket eines der besten Preis-Leistungs-Verhältnisse.

Aktives Management, das den Preis rechtfertigt

Du glaubst, dass aktives Management Mehrwert liefern kann, und bist bereit, dafür etwas mehr zu zahlen. Vorausgesetzt, die Ergebnisse stimmen.

Die erste Wahl:

  • cominvest (0,98 %): Performance-Rang 1 im Echtgeld-Test mit +38,7 % über 5 Jahre. Der einzige Robo, der den Benchmark schlägt. Die 0,98 % sind nicht günstig, aber durch die Performance gerechtfertigt.
  • Scalable Wealth (0,94 %): EZB-Vollbanklizenz seit 2025, starkes Ökosystem (Broker, Robo, Tagesgeld). Faires Mittelfeld bei den Kosten, solides Gesamtpaket.

0 % Servicegebühr

Du willst keine separate Verwaltungsgebühr zahlen. Zwei Anbieter bieten das an, mit grundlegend unterschiedlichen Modellen.

Die erste Wahl:

  • Evergreen (0,79 % Gesamtkosten, 0 % Service): Evergreen verdient an den eigenen Fondskosten, nicht an einer separaten Servicegebühr. Operative Fondshülle mit steuerneutralem Rebalancing. Günstiger als die meisten aktiven Robos, obwohl Evergreen aktiv-dynamisch steuert.

Eine vertraute Bankmarke

Du willst dein Geld bei einer Bank anlegen, die du kennst. Vertrauen und Infrastruktur sind dir wichtiger als der letzte Basispunkt Gebühr.

Die erste Wahl:

  • bevestor (0,85 %): Sparkassen-Infrastruktur, Deka-Backing. Flat-Gebühr ohne Überraschungen. Deutlich günstiger als klassische Sparkassen-Produkte (oft 1,5 %+ Gesamtkosten). Hinweis: Bei Themen-Portfolios steigt die TER auf bis zu 1,30 %, das Basisportfolio bleibt günstig.
  • Zeedin (1,01 %): Privatbank-Robo von Hauck Aufhäuser Lampe. Mindestanlage 25.000 €. Für Anleger, die den Namen und die Tradition einer Privatbank wollen.
  • Smavesto (1,25 %): Sparkasse Bremen mit KI-gestützter Steuerung. Nicht der Günstigste, aber mit einem innovativen Ansatz.

Einzeltitel statt Fonds

Du willst nicht in ETFs investieren, sondern in ein Portfolio aus echten Aktien und Anleihen. Zwei Anbieter bieten das an.

Die erste Wahl:

  • Estably (1,09 % + 10 % HWM): Value-Investing nach Warren Buffett und Benjamin Graham. Keine Fondskosten (TER = 0 %), dafür Performance-Fee. Mindestanlage 20.000 €.
  • Solidvest (1,40 % + 10 % HWM): DJE Kapital AG steuert das Portfolio aus Einzelaktien. Ebenfalls keine Fondskosten, dafür Performance-Fee und höhere Servicegebühr. Mindestanlage 25.000 €.

Du willst nachhaltig investieren

Nachhaltigkeit hat einen Preis. Nachhaltige Strategien kosten im Schnitt 0,08 bis 0,46 Prozentpunkte mehr als konventionelle, weil aktive Nachhaltigkeitsfonds teurer sind als Standard-ETFs.

Die erste Wahl:

  • vividam (2,94 %): Der konsequenteste Nachhaltigkeits-Robo am Markt, aber auch der teuerste. Die aktiven Impact-Fonds kosten ~1,76 % TER. Nur für Anleger, denen Nachhaltigkeit wichtiger ist als Kosteneffizienz.
  • OSKAR (0,84 %): Bietet eine nachhaltige Variante zu deutlich niedrigeren Kosten. Familienfreundlich mit Junior-Depot.

Die größte Marke + aktive Fonds

Dir ist der Markenname wichtig und du vertraust auf aktives Fondsmanagement.

Die erste Wahl:

  • Fidelity Wealth Expert (1,43 %): Die Servicegebühr ist niedrig (0,55 %), aber die hauseigenen aktiven Fidelity-Fonds treiben die TER auf 0,88 %. Die höchsten Fondskosten aller Robo Advisor. In keinem der 5 Testjahre den Benchmark geschlagen.
  • MorgenFund (1,06 %): Hamburger Vermögen mit Multi-Asset-Ansatz. Im oberen Mittelfeld bei den Kosten.

Robo Advisor Kosten: Deutschland im internationalen Vergleich

Der deutsche Robo-Advisor-Markt ist jung und vergleichsweise teuer. Deutsche Robo-Anleger zahlen rund 4x so viel wie für ein vergleichbares Produkt in den USA.

Warum?

In den USA sind Robo Advisor ein Massenmarkt. Betterment und Wealthfront verwalten jeweils über 30 Milliarden US-Dollar. In Deutschland liegen die meisten Robos unter 500 Millionen Euro. Zu wenig Volumen für aggressive Preissenkungen. Hinzu kommen die stärkere Regulierung (BaFin, MiFID II) und die höheren Kosten deutscher Depotbanken.

Was bedeutet das für dich? Auch der günstigste deutsche Robo ist teurer als das US-Äquivalent. Gleichzeitig bieten deutsche Robos Vorteile, die im US-Vergleich nicht auftauchen: steuerlich optimiertes Rebalancing nach deutschem Recht, BaFin-Aufsicht und Einlagensicherung.

Der Hebel, den du kontrollierst: Innerhalb des deutschen Markts liegt der Unterschied zwischen 0,50 % (growney) und 2,94 % (vividam) bei 1.220 € pro Jahr. Das ist der Bereich, in dem deine Entscheidung zählt.

Was unsere Echtgeld-Depots tatsächlich kosten

Die Tabellen oben zeigen Preislisten. Nützlich, aber abstrakt.

Wir tracken 15 Robo Advisor mit eigenem Geld. Jeden Monat. Mit echten Einzahlungen, echten Gebühren und echten Ergebnissen. Insgesamt rund 500.000 € in 43 Strategien.

Das bedeutet: du kannst nicht nur sehen, was ein Anbieter laut Preisliste kostet, sondern was nach Kosten tatsächlich an Rendite übrig bleibt. Denn am Ende zählt nicht der günstigste Anbieter, sondern der mit dem besten Verhältnis aus Kosten und Ergebnis.

Drei Beispiele aus unserem Echtgeld-Test:

growney (0,50 % Gesamtkosten): Kosten-Effizienz-Sieger. Jeder Euro Gebühr liefert überdurchschnittlich viel Rendite. Der Beweis, dass günstig und gut zusammenpassen.

cominvest (0,98 % Gesamtkosten): Performance-Sieger. Rang 1 im Echtgeld-Test mit +38,7 % über 5 Jahre, der einzige Robo über dem Benchmark. Die höheren Kosten werden durch die Ergebnisse gerechtfertigt. Der Beweis, dass Kosten nicht alles sind.

quirion Digital (0,65 % Gesamtkosten): Performance-Rang 2 bei niedrigen Kosten. Wissenschaftlicher Ansatz, Quirin-Privatbank im Rücken. Das stärkste Gesamtpaket aus Preis und Leistung.

Die vollständige Auswertung mit allen Anbietern, Strategien und Zeiträumen findest du in unserem monatlichen Performance-Vergleich.

Worauf du bei den Kosten achten solltest

Wenn du Robo Advisor nach Kosten vergleichst, achte auf diese Punkte:

Immer Gesamtkosten vergleichen, nie nur die Servicegebühr. Manche Anbieter werben mit einer niedrigen Servicegebühr, setzen aber teurere aktive Fonds ein. Fidelity WE hat 0,55 % Servicegebühr, die Fondskosten machen es aber zu einem der teuersten Anbieter. growney hat 0,38 % Servicegebühr und nur 0,12 % TER. Der Unterschied in den Gesamtkosten: fast 1 Prozentpunkt.

50.000 € ist der Sweet Spot. Bei mehreren Anbietern greift ab 50.000 € eine günstigere Staffelstufe: growney fällt von 0,80 % auf 0,50 %, fintego von 0,95 % auf 0,65 %, ING von 0,95 % auf 0,85 %. Wenn du weißt, dass du über die Zeit mehr investieren wirst, kann das einen spürbaren Unterschied machen.

Vorsicht bei Themen-Portfolios. bevestor kostet im Basisportfolio 0,85 %, aber bei Themen-Portfolios steigt die TER auf bis zu 1,30 %. Bei investify reicht die Themen-TER von 0,15 % bis 1,60 %. Zwei Kunden mit identischer Anlagesumme können je nach Themenwahl fundamental unterschiedliche Kosten haben.

All-in-Gebühren sind transparenter. FvS ONE (1,20 % All-in) und Warburg Navigator (1,00 bis 1,20 % All-in) zeigen alle Kosten in einer Zahl. Das ist ehrlicher als Modelle mit Servicegebühr + TER + weiteren Kosten. Aber „transparenter“ heißt nicht automatisch „günstiger“.

Keine versteckten Kosten bei Ein- und Auszahlungen. Bei allen 33 Anbietern sind zusätzliche Einzahlungen und Auszahlungen kostenlos. Auch bei einer Kündigung fallen keine Gebühren an.

Kosten sind nicht alles. Der günstigste Anbieter ist nicht automatisch der beste. cominvest beweist das eindrucksvoll: 0,98 % Kosten, Rang 1 in der Performance. Was du für die Servicegebühr bekommst (Rebalancing, Allokation, Risikomanagement, Reporting) hat einen Wert. Besonders dann, wenn die Alternative ist, dass du es selbst machst und es dann eben doch nicht machst.

Robo Advisor kosten mehr als ein ETF-Sparplan, den du selbst verwaltest. Aber die relevante Frage ist nicht „Was kostet der Robo Advisor?“, sondern „Was kostet mich mein aktuelles Setup, das ich seit Monaten nicht angefasst habe?“

Michael Beutel beschäftigt sich seit über 26 Jahren mit den Kapitalmärkten. 2016 hat er GELDANLAGEdigital gegründet, seit 2020 investiert er eigenes Geld in derzeit 24 Robo Advisor Strategien. Die Ergebnisse veröffentlicht er jeden Monat. Als Diplom-Volkswirt und Diplom-Kaufmann verbindet er Finanzwissen mit dem, was die meisten Vergleichsportale nicht haben: echtes Geld im echten Markt. Mehr über Michael und die Plattform →

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