1,19 % pro Jahr. Zwei Jahre Historie. Auszahlung bis zu zehn Tage.
Das sind die drei Punkte, die beim Consorsbank Investmentkonto zuerst auffallen. Die Bank verspricht BNP-Paribas-Management, fünf Strategien und digitale Vermögensverwaltung aus einer Hand. Dafür ruft sie Preise im teuren Viertel des deutschen Robo-Markts auf.
Was die Bank nicht liefert, ist der Beleg, dass sich dieser Aufpreis rechnet. Das Investmentkonto läuft erst seit April 2024. Zwei Jahre sind kein Trackrecord, schon gar nicht in einem Markt, in dem andere aktive Robos acht, zehn oder zwölf Jahre Echtgeld-Historie vorlegen.
Dazu kommen ein paar kleine Reibungen, die man bei einem Bank-Produkt nicht erwartet. Ein echtes Gemeinschaftsdepot geht nicht. Regelmäßige Einzahlungen laufen nicht über eine Sparplan-Oberfläche, sondern per Dauerauftrag aufs Verrechnungskonto.
Für bestehende Consorsbank-Kunden, die Depot, Giro und Tagesgeld unter einem Dach wollen, ist das Investmentkonto trotzdem bequem. Für alle anderen zeigen wir in diesem Test, wo der Preis nicht zur Substanz passt und welche Anbieter das Gleiche belegbar besser machen.
Passt das Consorsbank Investmentkonto zu dir?
Das Consorsbank Investmentkonto passt zu dir, wenn...
Das Consorsbank Investmentkonto passt NICHT zu dir, wenn...
Die Fakten auf einen Blick
Unternehmen | Consorsbank (Marke der BNP Paribas S.A. Niederlassung Deutschland) |
Hauptsitz | Nürnberg (Consorsbank); Frankfurt am Main (BNP Paribas NL Deutschland) |
Marktstart Investmentkonto | April 2024 |
Depotbank | BNP Paribas S.A. Niederlassung Deutschland |
Regulierung | BaFin |
Einlagensicherung | 100.000 € gesetzlich + BNP-Paribas-Zusatzsicherung |
Mindestanlage | 750 € |
Gesamtkosten | Ø 1,19 % p.a. |
Investmentstil | Aktiv verwaltet, fondsbasiert, ESG-Merkmale (Art. 8) |
Anzahl Strategien | 5 (Defensiv, Solide, Ausgewogen, Dynamisch, Offensiv) |
Anlageinstrumente | Aktive Fonds, ETFs, Gold-ETCs |
Sparplan im Robo | Nein (Dauerauftrag aufs Verrechnungskonto) |
Entnahmeplan | Nein (manuelle Teil- oder Gesamtauszahlung) |
Kinderdepot | Ja |
Firmendepot | Ja |
Gemeinschaftsdepot | Nein (für das Investmentkonto ausgeschlossen) |
App | Ja (Consorsbank App und Web-Portal) |
Portfolioübertrag | Ja (ein + aus, kostenfrei) |
Zinsprodukt | Ja (Tagesgeld, Festgeld) |
Echtgeld-Test bei GELDANLAGEdigital | Nein |
Du willst das Consorsbank Investmentkonto mit anderen Anbietern vergleichen?
Consorsbank Investmentkonto Performance: Zwei Jahre sind kein Trackrecord
Wir haben das Consorsbank Investmentkonto nicht im Echtgeld-Test.
Das Produkt ist im April 2024 gestartet. Damit liegen knapp zwei Jahre Historie vor. Für einen Robo, bei dem du zehn, zwanzig oder dreißig Jahre ruhig liegen lassen willst, ist das zu wenig. Ein Crash-Test wie 2020 oder 2022 fehlt komplett.
Die Consorsbank gibt ihren Kunden monatliche und jährliche Performance-Reports. Öffentliche Zahlen zur Strategie-Performance veröffentlicht sie nicht.
Was das für dich heißt: Wenn der Beleg der Grund wäre, hier 1,19 % statt 0,65 % zu zahlen, gibt es diesen Beleg noch nicht. Du kaufst das aktive Management auf Vertrauen in die Marke.
Wer einen belegten Langzeit-Trackrecord sucht, findet bei den Anbietern in unserem Echtgeld-Test klarere Antworten. cominvest gehört im aktiven Segment seit Jahren zu den Spitzenreitern. quirion liegt bei den passiven Strategien in der Langzeitbetrachtung fast durchgehend in den Top 3.
→ Alle Anbieter im direkten Vergleich: Robo Advisor Performance-Ranking
Die zweite Hürde des Produkts liegt beim Preis.
Was kostet das Consorsbank Investmentkonto?
Die Consorsbank ruft 0,80 % Servicegebühr pro Jahr auf, inklusive Mehrwertsteuer. Dazu kommen im Schnitt 0,39 % Produktkosten in den eingesetzten Fonds, ETFs und Gold-ETCs.
Zusammen landest du bei rund 1,19 % pro Jahr. Flat, keine Staffelung nach Vermögen oder Servicelevel.
0,80 %
Servicegebühr
+
0,39 %
Ø Produktkosten
1,19 %
Gesamtkosten p.a.
Was nicht dazu kommt: keine Depotgebühr, keine Ordergebühren, keine Sparplan-Kosten, keine Performance-Gebühr, keine Kündigungsgebühren. Die Kostenstruktur ist sauber. Der Preis selbst ist es nicht.
In unserem Kostenranking über 33 Anbieter liegt das Consorsbank Investmentkonto auf Rang 25. Klar im teuersten Viertel.
Was 0,54 % Aufschlag bei 50.000 € wirklich kosten
Der Unterschied zu einem günstigen passiven Robo liegt bei rund einem halben Prozentpunkt pro Jahr. Das klingt nach wenig, bis du es in Euro rechnest.
Bei 50.000 € Anlage zahlst du beim Consorsbank Investmentkonto rund 595 € pro Jahr an Gesamtkosten. Bei quirion wären es rund 325 €. Pro Jahr eine Differenz von 270 €.
Über zehn Jahre summiert sich das mit Zinseszins auf rund 3.700 € weniger Endvermögen. Bei 100.000 € Anlage verdoppelt sich der Betrag.
Das ist der Preis, den du für die Marke BNP Paribas Wealth Management und das Investmentkomitee im Hintergrund zahlst. Ob sich der Aufschlag nach Kosten in Rendite wiederfindet, lässt sich mit zwei Jahren Trackrecord nicht belegen.
Kündigen und Wechseln kostet nichts
Falls du das Investmentkonto testest und wieder aussteigen willst: Die Kündigung ist kostenfrei, ein Strategiewechsel ebenfalls. Keine Mindestlaufzeit, keine Haltefristen.
→ Alle Anbieter im Kostenvergleich: Was kostet ein Robo Advisor?
Ein Drittel des Preises steckt in den Produktkosten. Ein Blick in die Strategie zeigt, wofür.
Consorsbank Anlagestrategie: Aktives Bank-Management in fünf Stufen
Das Consorsbank Investmentkonto ist kein ETF-Robo. Hinter den fünf Strategien steht nach Angaben der Bank das Team von BNP Paribas Wealth Management mit über 300 Analysten. Die Consorsbank nennt das selbst "klassische Vermögensverwaltung im digitalen Mantel".
Fünf Strategien, eine klare Logik
Defensiv, Solide, Ausgewogen, Dynamisch, Offensiv. Die Aktienquote bewegt sich je nach Profil zwischen 10 % und 90 %. In den Portfolios stecken Aktien, Anleihen und je nach Marktlage Gold-ETCs, Fremdwährungen und alternative Investments.
Mehrere Strategien parallel sind möglich, Wechsel jederzeit kostenfrei.
Aktives Management statt Indexnachbildung
Bei einem reinen ETF-Robo läuft ein Algorithmus nach festen Regeln. Beim Consorsbank Investmentkonto entscheidet ein Investmentkomitee. Gewichtungen zwischen Assetklassen verschieben sich mit der Markteinschätzung, einzelne Regionen oder Branchen können übergewichtet werden.
Konzeptionell ist der Anspruch klar. Praktisch kostet das 0,39 % Produktkosten, fast doppelt so viel wie bei einem ETF-Portfolio von quirion oder growney. Ob dieser Aufpreis sich nach Kosten in Rendite niederschlägt, entscheidet erst ein längerer Beobachtungszeitraum. Historisch zeigen die Daten aus der aktiven Fondsindustrie: Die Mehrheit der aktiven Manager schlägt ihren Vergleichsindex nach Kosten nicht.
Nachhaltigkeit als Filter, nicht als Schwerpunkt
Die Consorsbank bewirbt bei allen Strategien ökologische und soziale Merkmale über die sogenannte Kleeblatt-Methodik. Ein messbarer Anteil an "echten" nachhaltigen Investments nach EU-Definition ist jedoch nicht vorgesehen.
Das heißt, ESG läuft auf Art.-8-Niveau als Filter. Wer das akzeptiert, bekommt genau das. Wer einen spezialisierten Nachhaltigkeits-Robo mit höherem Anspruch sucht, ist bei einem Anbieter wie Evergreen besser aufgehoben.
Der nächste Blick gilt dem, womit du als Kunde tatsächlich arbeitest: Eröffnung, Dashboard, App.
Depot eröffnen, Dashboard und Consorsbank App
Das Investmentkonto eröffnest du online. Für die Legitimation läuft das Verfahren der Consorsbank, bei Minderjährigen mit Unterlagen der gesetzlichen Vertreter. Ab 750 € Mindestanlage und 10 €/Monat per Dauerauftrag bist du dabei.
Für die laufende Verwaltung hast du die Consorsbank App und das Web-Portal. Depotübersicht, Orderübersicht und integriertes Banking laufen auf derselben Oberfläche wie Giro und Tagesgeld. Wer Banking und Robo unter einem Dach haben will, bekommt hier eine in sich geschlossene Lösung.
Bevor es zu den Details des Banking-Ökosystems geht, erst einmal der Blick auf die Sicherheit.
Ist das Consorsbank Investmentkonto sicher?
Beim regulatorischen Rahmen gibt es wenig zu beanstanden.
Die Consorsbank ist als Marke der BNP Paribas S.A. Niederlassung Deutschland voll BaFin-reguliert.
Die Muttergesellschaft ist die französische BNP Paribas S.A., eine der größten Bankengruppen Europas. Über 1,5 Millionen Kunden führen bei der Consorsbank ein Konto oder Depot.
Deine Wertpapiere liegen als Sondervermögen bei der BNP Paribas. Im Insolvenzfall sind sie vom Bankvermögen getrennt und werden nicht angetastet.
Barguthaben auf dem Verrechnungskonto fallen unter die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 €. Darüber hinaus greift die freiwillige Zusatzsicherung der BNP-Paribas-Gruppe.
Selbst wenn die Consorsbank morgen schließt, ist dein Geld geschützt.
Ein Punkt zum mitnehmen. Seit der Integration in die BNP-Paribas-Gruppe ist die Consorsbank keine eigenständige deutsche Aktiengesellschaft mehr. Das Geschäft läuft rechtlich unter der französischen Mutter, die deutsche Niederlassung ist die ausführende Einheit.
Für deinen Alltag ändert das nichts, die Regulierung bleibt voll deutsch. Wer bewusst bei einer deutschen Rechtsform Depot führen will, sollte das mitdenken.
Der Support läuft auf Banking-Niveau. Der Chat ist täglich von 7:30 bis 22:00 Uhr erreichbar, dazu kommen FAQ, Telefon und persönliche Betreuung. Breiter als bei vielen reinen Fintechs.
Neben dem Investmentkonto bringt das Consorsbank-Umfeld ein paar Zusatzbausteine mit.
Was die Consorsbank noch bietet: Kinderdepot, Firmendepot und Banking-Ökosystem
Kinderdepot
Das Investmentkonto lässt sich auch für ein minderjähriges Kind eröffnen. Die Eröffnung läuft über die gesetzlichen Vertreter. So startest du die langfristige Geldanlage für den Nachwuchs früh.
Firmendepot
Für juristische Personen ist das Investmentkonto ebenfalls verfügbar. Details zur Eröffnung und zu den Einschränkungen findest du im Firmendepot-Vergleich.
Kein Gemeinschaftsdepot
Ein gemeinsames Investmentkonto mit Partnerin oder Partner geht nicht. Die FAQ der Consorsbank beantwortet das eindeutig mit Nein. Wer gemeinsam anlegen will, braucht zwei Einzeldepots oder einen anderen Anbieter.
Tagesgeld und Festgeld aus dem gleichen Haus
Unter dem Dach der Consorsbank bekommst du Tagesgeld und Festgeld direkt dazu. Für den Liquiditätspuffer neben dem Robo kann das bequem sein. Wer höhere Zinsen sucht, findet stärkere Angebote in unserem Zinskonten-Vergleich als Tagesgeld-Alternative.
Portfolioübertrag ein- und ausgehend
Wer aus einem bestehenden Depot kommt oder das Investmentkonto wieder verlassen will, kann Portfolios in beide Richtungen kostenfrei übertragen. Das ist bei Bank-Robos nicht selbstverständlich.
Wie Kunden die Consorsbank insgesamt bewerten, zeigt der nächste Abschnitt.
Consorsbank Erfahrungen: Trustpilot, Stiftung Warentest und unser Eindruck
Wir haben das Investmentkonto nicht im Echtgelddepot. Unser Eindruck stützt sich auf Produktanalyse, Kostenvergleich und den öffentlichen Rahmen.
Trustpilot im Bank-Kontext
Auf Trustpilot steht die Consorsbank bei 1,3 Sternen bei 1.021 Bewertungen (Stand 06.06.2026). Das ist klar im Bereich "Ungenügend". Die Einordnung ist aber wichtig.
Bewertet wird hier die Consorsbank als Gesamthaus, nicht das Investmentkonto selbst. Auf der Trustpilot-Seite landen überwiegend Beschwerden über klassisches Banking. Service-Wartezeiten, Giro-Themen, Karten-Probleme, Hotline-Dauer. Über das einzelne Robo-Produkt sagt der Score wenig aus. Über die wahrgenommene Servicequalität des Hauses, in das du einsteigst, schon.
Ein weiterer Punkt fällt auf. Die Consorsbank beansprucht ihr Trustpilot-Profil nicht. Es gibt keine offiziellen Antworten auf Kundenkritik, keinen Dialog mit Rezensenten. Andere große Bankhäuser wie die comdirect oder die Deutsche Bank liegen beim Score ähnlich niedrig, beanspruchen ihre Profile aber und reagieren auf negative Kommentare. Bei der Consorsbank fehlt dieses Signal.
Stiftung Warentest und Finanztip
Eine aktuelle Stiftung-Warentest-Bewertung speziell zum Investmentkonto liegt nicht vor. In der Finanztip-Empfehlungsliste für Robo Advisor taucht das Produkt nicht auf. Für ein Angebot, das seit April 2024 am Markt ist, ist das erwartbar. Für dich als Entscheider heißt es: wenig externe Validierung.
Was heißt das unterm Strich?
Für Consorsbank-Bestandskunden, die den Robo als bequemes Add-on zum bestehenden Banking sehen, geht die Rechnung auf. Der Komfort, alles aus einer Hand zu haben, rechtfertigt für diese Gruppe den Aufpreis.
Für alle anderen fehlt der Beleg. 1,19 % Gesamtkosten, zwei Jahre Trackrecord, bis zu zehn Tage Auszahlungsdauer, ESG nur als Etikett. Zu viele kleine Reibungen, um das Produkt uneingeschränkt zu empfehlen.
Welche Consorsbank Alternativen passen zu dir?
Das Investmentkonto hat zwei reale Stärken: aktives Bankmanagement mit großem Unterbau und das Banking-Ökosystem drumherum. Je nachdem, welcher Punkt für dich wirklich zählt, gibt es in unserem Test Anbieter mit klarerer Beleglage und besseren Konditionen.
Du willst aktives Management mit Echtgeld-Historie und günstigeren Kosten? → cominvest gehört im aktiven Segment zu den Spitzenreitern unseres Echtgeld-Tests. Taktische Asset-Allocation mit belegtem Crash-Schutz 2022, rund 0,98 % Gesamtkosten, comdirect-Infrastruktur im Rücken. Zum cominvest Test →
Du willst günstig passiv investieren mit echtem App-Alltag? → quirion liegt bei rund 0,65 % Gesamtkosten und in unserer Langzeit-Betrachtung fast durchgehend in den Top 3. Sparplan ab einem Euro, Gemeinschaftsdepot inklusive, Stiftung-Warentest-Bestnote plus Finanztip-Empfehlung. Zum quirion Test →
Du willst Banking, Broker und Robo auf einer modernen Plattform? → Scalable Capital bündelt Vermögensverwaltung, Broker und Tagesgeld auf einer einzigen Plattform mit eigener Banklizenz. Gesamtkosten rund 0,94 %, sechs Jahre Echtgeld-Historie in unserem Test, sechs Strategiefamilien mit frei wählbarer Aktienquote. Zum Scalable Capital Test →
Nächste Schritte
Du willst die besten Optionen sehen:
→ Robo-Advisor-Vergleich: 33 Anbieter mit Echtgeld-Daten
→ Performance-Ranking aller Echtgeld-Depots
Du willst günstig und belegbar starten:
→ quirion Test: Ab 0,65 % Gesamtkosten
→ cominvest Test: Aktives Management mit Echtgeld-Historie
Du willst erst verstehen:
