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Kinderdepot Vergleich 2026: 8 Robo Advisor im Test
Michael Beutel · 29. April 2026 · 20 min
Im Job delegierst du 100 Entscheidungen pro Woche. Beim Kindersparen entscheidest du selbst.
Welchen ETF du wählst, wann du rebalancierst, ob du den Freistellungsauftrag richtig gestellt hast. Bei deinem eigenen Geld ist das ein Hobby. Beim Kinderdepot stehst du in 18 Jahren vor deinem Kind und musst erklären, wo der Rest ist.
Acht Robo Advisor in Deutschland nehmen dir die Entscheidung ab. Du wählst einmal das Risikoprofil, der Robo übernimmt den Rest.
Welcher der acht zu welchem Eltern-Profil passt, welcher unter 0,15 % pro Jahr kostet und welcher die Freibeträge deines Kindes bis 13.348 € pro Jahr automatisch ausschöpft, liest du jetzt.
Plus eine ehrliche Antwort, wann ein Robo Advisor nicht die richtige Wahl ist.
Die 8 Robo Advisor mit Kinderdepot im Vergleich
Raisin Kinderdepot

Globales ETF-Portfolio
Steuerfrei bis 13.348 €/Jahr
Kosten: 0,20 % p.a.
ab 25 €/Monat
ab 1 € Mindestanlage
3,90 %
Du kennst Raisin vielleicht noch unter dem alten Namen WeltSparen (Tages- und Festgeld). Seit 2025 läuft alles unter Raisin, das Kinderdepot kommt aus der eigenen Raisin Bank AG mit Banklizenz im Haus.
Mit Freistellungsauftrag und NV-Bescheinigung berücksichtigt Raisin den Sparerpauschbetrag (1.000 €) und den Grundfreibetrag (12.348 €) deines Kindes. Die erweiterte Steuer-Automatik soll dieses Jahr kommen und die Freibeträge per regelbasiertem Rebalancing noch gezielter ausschöpfen.
Sparpaten und andere Familienmitglieder zahlen direkt ins Kinderdepot ein, nicht erst auf ein Verrechnungskonto. Beide Sorgeberechtigten brauchen ein eigenes Raisin-Konto, bevor das Kinderdepot eröffnet werden kann.
Raisin passt zu dir, wenn du eine digitale Vermögensverwaltung zum Preis eines selbst gewählten ETFs und die Steuer-Bürokratie automatisch erledigt haben möchtest.
quirion Kinderdepot

Globales ETF-Portfolio
Steuerfrei bis 1.000 €/Jahr
Kosten: ab 0,65 % p.a.
ab 25 €/Monat
Keine Mindestanlage
3,90 %
quirion ist die digitale Tochter der Quirin Privatbank in Berlin und einer der Pioniere im deutschen Robo-Markt. Mit eigener Banklizenz im Haus.
Das Kinderdepot fährt das gleiche Faktor-Modell wie quirions Erwachsenen-Anlage. Globale ETFs mit Value- und Small-Cap-Beimischung, akademisch fundiert nach Fama-French. Du wählst zwischen klassisch und nachhaltig.
Bei der Steuer bleibt quirion zurückhaltend. Mit Freistellungsauftrag sind 1.000 € pro Jahr unbesteuert, mehr passiert nicht im Hintergrund. Das aktive Ausschöpfen der Freibeträge gehört nicht zum Standard.
quirion passt zu dir, wenn du eine eigene Banklizenz schätzt, faktorbasiertes Investieren willst und in einem Anbieter über die Lebensphasen wachsen möchtest, vom Kinderdepot bis zur ETF-Rente.
Scalable Capital Kinderdepot

Globales ETF-Portfolio
Steuerfrei bis 1.000 €/Jahr
Kosten: ab 0,11 % p.a.
ab 20 €/Monat
ab 1 € Mindestanlage
3,90 %
Scalable Capital ist einer der größten Robo Advisor Deutschlands und verwaltet rund 4,5 Milliarden Euro für Privatanleger. Im Wealth-Modell bekommst du eine professionelle Vermögensverwaltung, im Broker-Modell hunderte ETFs zur Selbst-Auswahl.
Das Kinderdepot kombiniert zwei seltene Hebel. Im Wealth-Kinderkonto entfällt die Verwaltungsgebühr komplett, im Broker werden die Produktkosten (TER) der Kids-ETFs reinvestiert. Die Steueroptimierung läuft automatisch und berücksichtigt den Sparerpauschbetrag von 1.000 € pro Jahr.
Beide Sorgeberechtigten brauchen ein eigenes Scalable-Konto, bevor das Kinderkonto eröffnet werden kann.
Scalable passt zu dir, wenn du Vermögensverwaltung ohne Verwaltungsgebühr willst und alles für dein Kind in einer App bündeln möchtest, vom Sparplan über Cash bis zu späteren Vorsorge-Produkten.
OSKAR Kinderdepot
Globales ETF-Portfolio
Steuerfrei bis 1.000 €/Jahr
Kosten: ab 0,84 % p.a.
ab 25 €/Monat
ab 25 € Einmalanlage
3,90 %
OSKAR positioniert sich seit Jahren als Familien-Robo und richtet sich konsequent an Eltern und Großeltern, die für Kinder anlegen wollen.
Das Kinderdepot bietet 5 Risikoklassen, ein weltweites Portfolio aus bis zu 10 ETFs und eine Inflationsschutz-Komponente. Setup geht digital in rund 15 Minuten.
Die Servicevergütung ist nach Portfoliowert gestaffelt. Bis 10.000 € zahlst du 1 % pro Jahr, dann sinken die Kosten schrittweise auf 0,7 % ab 50.000 €. Dazu kommt die Fonds-TER von 0,14 % p.a.
OSKAR passt zu dir, wenn du eine etablierte Familien-Plattform mit Auszahlplan willst und auf weltweite Diversifikation und Inflationsschutz Wert legst.
Evergreen Kinderdepot
Nachhaltige Anlagestrategien
Steuerfrei bis 1.000 €/Jahr
Kosten: ab 0,79 % p.a.
ab 1 €/Monat
ab 1 € Mindestanlage
3,90 %
Evergreen ist eine deutsche Fondsplattform mit eigenen aktiv-passiv-hybriden Fonds. Die Servicegebühr für das Kinderdepot liegt bei 0 %, Evergreen verdient über die Fonds-TER.
Deine Kosten stecken vollständig in der Fonds-TER von rund 0,79 % pro Jahr. Anders als bei reinen ETF-Robos investierst du nicht in externe ETFs, sondern in Evergreens eigene Fonds mit täglicher Risikosteuerung.
Die Steuerautomatik nutzt nur den Sparerpauschbetrag (1.000 € pro Jahr). Den Grundfreibetrag deines Kindes musst du über die NV-Bescheinigung selbst optimieren.
Evergreen passt zu dir, wenn du nachhaltig anlegen willst, ab 1 € starten möchtest und Wert auf aktiv gesteuerte Strategien legst statt auf den günstigsten ETF-Mix.
bevestor Kinderdepot
Globales ETF-Portfolio
Steuerfrei bis 1.000 €/Jahr
Kosten: ab 0,74 % p.a.
ab 25 €/Monat
ab 500 € Einmalanlage
3,90 %
bevestor kommt aus der Sparkassen-Welt und nutzt deren Institutssicherung. Für viele Eltern ist das der Vertrauensanker, der sie vom Sparbuch zum Robo Advisor wechseln lässt.
Das Kinderdepot bietet einen Sparpaten-Service, der über das übliche IBAN-Sharen hinausgeht. bevestor verschickt die Überweisungsdaten direkt per Mail oder WhatsApp an Großeltern, Paten oder Tanten, die einmalig zum Geburtstag oder per Dauerauftrag einzahlen. Hast du mehrere Kinder, eröffnest du für jedes ein eigenes Depot.
Bei der Steuer arbeitet bevestor passiv. Mit Freistellungsauftrag bleiben 1.000 € pro Jahr unbesteuert, mit NV-Bescheinigung können auch höhere Erträge steuerfrei laufen. Eine aktive Gewinn-Realisierung zur Freibetrags-Ausschöpfung gehört nicht zum Standard.
bevestor passt zu dir, wenn du Sparkassen-Sicherheit in deinem Robo schätzt, viele Sparpaten in der Familie hast und für mehrere Kinder eigene Depots aufbauen willst.
MorgenFund Kinderdepot
DWS-Modellportfolios
Steuerfrei bis 1.000 €/Jahr
Kosten: ab 0,41 % p.a.
ab 50 €/Monat
Eröffnung per Post
3,90 %
MorgenFund ist die Direktanlage-Plattform der DWS, also Teil der Deutsche-Bank-Familie. 19 Modellportfolios, aktiv gemanagt von einem der größten Asset Manager Europas.
Das Kids Depot ist bis zum 18. Geburtstag kostenfrei in der Depotführung. Inklusive Fondskosten landest du bei rund 0,41 % pro Jahr. Du kannst unbegrenzt viele Positionen halten und zahlst keine Transaktionsentgelte bei Sparplänen oder Einmalanlagen.
Die Eröffnung läuft nicht digital. Du lädst das Antragsformular runter, lässt eine Kopie der Geburtsurkunde beglaubigen und schickst beides per Post. Das ist 2026 ein Ausreißer.
MorgenFund passt zu dir, wenn du DWS als Marken-Anker schätzt, mit breitem Fondsuniversum arbeiten möchtest und mit einem analogen Eröffnungsprozess leben kannst.
Fidelity Wealth Expert Kinderdepot
Aktive Fondsverwaltung
Steuerfrei bis 1.000 €/Jahr
Kosten: ab 1,43 % p.a.
ab 50 €/Monat
Eröffnung bis Kindesalter 16
3,90 %
Fidelity ist einer der größten Asset Manager der Welt mit Sitz in Boston. Das Wealth Expert Kinderdepot setzt auf aktiv gemanagte Multi-Manager-Fonds, in denen rund 30 Fondsmanager ihre Strategien einbringen.
Fidelity Wealth Expert ist nicht günstig. 0,55 % Servicepauschale plus rund 0,88 % Fondskosten ergeben Gesamtkosten von 1,43 % pro Jahr. Dafür bekommst du eine Vermögensverwaltung, die nicht den Index abbildet, sondern aktiv versucht, ihn zu schlagen.
Eine harte Restriktion. Das Kinderdepot ist nur bis zum Alter von 16 Jahren eröffnungsfähig. Hat dein Kind schon den 17. Geburtstag im Blick, fällst du raus.
Fidelity Wealth Expert passt zu dir, wenn du Markenvertrauen in einen US-Asset-Manager schätzt, aktive Strategien einer ETF-Verwaltung vorziehst und für jüngere Kinder anlegen willst.
Welcher Robo passt zu welchem Eltern-Profil?
Acht Anbieter sind zu viel, um sie alle einzeln zu prüfen. Hier die Kurzfassung, welches Kinderdepot das beste für welchen Eltern-Typ ist.
Wenn Steuer-Automatik dein Hauptkriterium ist
Mit Freistellungsauftrag und NV-Bescheinigung berücksichtigt Raisin Sparerpauschbetrag und Grundfreibetrag deines Kindes. Die erweiterte Steuer-Automatik soll dieses Jahr kommen und Gewinne bis 13.348 € pro Jahr per regelbasiertem Rebalancing steuerfrei realisieren. Kein anderer Robo im Vergleich macht das automatisch. → Raisin
Wenn du Banklizenz und faktorbasiertes Investieren schätzt
quirion ist Pionier im deutschen Robo-Markt und bringt eine eigene Banklizenz mit. Die Faktor-ETFs nach Fama-French folgen einem akademisch fundierten Ansatz mit Value- und Small-Cap-Beimischung.
Du kannst später vom Kindersparplan zur quirion ETF-Rente wechseln, ohne den Anbieter zu wechseln. → quirion
Wenn du nachhaltig und mit kleinen Beträgen anlegen willst
Evergreen bietet 11 nachhaltige Strategien und keine Servicegebühr. Du startest ab 1 € im Sparplan oder per Einmalanlage. Verwandte zahlen über die eigene Kinderdepot-IBAN ein, ohne dass du deine IBAN weitergeben musst. → Evergreen
Wenn deine Familie aktiv mitsparen soll
Bei bevestor verschickt der Anbieter die Überweisungsdaten direkt per Mail oder WhatsApp an Großeltern, Paten oder Tanten. Plus Sparkassen-Sicherheit im Hintergrund und mehrere Depots für mehrere Kinder. → bevestor
Wenn du auf eine etablierte Plattform mit Familien-Fokus setzt
Scalable Capital ist mit rund 4,5 Milliarden Euro AuM der größte Robo Advisor Deutschlands. Das Kinderkonto bündelt Vermögensverwaltung und Sparpaten-Einladungen in einer App.
OSKAR ist seit Jahren konsequent als Familien-Robo positioniert, mit 5 Risikoklassen, Inflationsschutz, Auszahlplan und gemeinsamem Mitsparen für Großeltern.
→ Scalable Capital für die größte Plattform mit App-Bündel
→ OSKAR für den klassischen Familien-Robo mit Auszahlplan
Wenn du aktive Fondsverwaltung statt Index-Tracking willst
Fidelity Wealth Expert setzt auf Multi-Manager-Fonds mit rund 30 Fondsmanagern. MorgenFund nutzt 19 DWS-Modellportfolios. Beide kosten mehr als die ETF-Robos, beide bieten dafür aktive Verwaltung statt Index-Tracking.
→ Fidelity Wealth Expert für ein US-Multi-Manager-Konzept
→ MorgenFund für DWS-Modellportfolios, sofern dich der Postweg beim Onboarding nicht stört
Was ist ein Kinderdepot?
Ein Kinderdepot ist ein Wertpapierdepot, das auf den Namen deines Kindes läuft. Bis zur Volljährigkeit verwaltest du als Eltern das Depot, ab dem 18. Geburtstag gehört es dem Kind allein.
Das Vermögen im Kinderdepot lässt sich nicht für eigene Zwecke der Eltern verwenden, auch nicht für Anschaffungen für das Kind wie Kleidung, Auto oder Studium. Wer im Namen des Kindes spart, gibt das Geld endgültig ab.
Bist du gesetzlicher Vertreter, bist du zudem verpflichtet, das Vermögen wirtschaftlich verantwortungsvoll anzulegen. Hochrisiko-Wetten sind also raus.
Es gibt drei Wege, für dein Kind anzulegen, und nur einer davon ist ein echtes Kinderdepot.
Drei Wege, für dein Kind zu sparen
Header | Kinderdepot (Junior-Depot) | Im eigenen Depot | Zweitdepot auf Eltern-Namen |
|---|---|---|---|
Wem gehört das Geld? | Dem Kind | Dir | Dir |
Steuervorteil | Sparerpauschbetrag + Grundfreibetrag des Kindes nutzbar (bis 13.348 €/Jahr) | Erträge zählen zu deinen Kapitalerträgen | Erträge zählen zu deinen Kapitalerträgen |
Zugriff vor 18? | Eltern verwalten, kein Zugriff für eigene Zwecke | Du voll | Du voll |
Was passiert mit 18? | Geht automatisch auf das Kind über | Du musst aktiv übertragen (Schenkungsteuer-Freibetrag 400.000 € pro Elternteil/10 Jahre) | Du musst aktiv übertragen (gleicher Freibetrag) |
Das Kinderdepot holt das Maximum an Steuervorteilen, kostet dich aber Flexibilität. Du kommst nicht mehr ans Geld ran, auch wenn du selbst klamm bist. Die anderen beiden Varianten geben dir die Flexibilität zurück, kosten dich aber die Steuerfreibeträge des Kindes.
Wer langfristig fürs Kind spart und nicht zwischendurch ans Geld ran muss, fährt mit dem Kinderdepot besser. Das ist auch der Weg, den die acht Robo Advisor in diesem Vergleich anbieten. Bei vielen läuft das Kinderdepot parallel zu deinen eigenen Anlagezielen unter einem Dach (siehe mehrere Anlageziele bei einem Robo Advisor).
Robo Advisor oder Online-Broker für ein Kinderdepot?
Vielleicht überlegst du, ob du das Kinderdepot einfach beim Online-Broker eröffnest. Trade Republic, Comdirect, ING, DKB. Dort kostet das Kinderdepot fast nichts, der ETF kommt mit 0,2 % TER, alles ist günstig.
Günstig ist aber nicht das gleiche wie einfach. Vier Punkte machen den Unterschied.
Aufwand
Bei einem Robo Advisor wählst du einmal das Risikoprofil. Der Robo wählt die ETFs, kauft monatlich nach, rebalanciert das Portfolio, wenn die Asset-Allocation aus dem Lot läuft.
Bei einem Online-Broker triffst du jede dieser Entscheidungen selbst. Welchen ETF wählst du, wie hoch ist die Sparrate, wann rebalancierst du? Welche Strategie passt zu einem 18-Jahres-Sparen für ein Kind?
Diversifikation
Der Standard im Online-Broker-Kinderdepot ist der MSCI World. Aktuell sind darin rund 70 % US-Aktien.
Robo Advisor mischen Multi-Asset-Portfolios mit Aktien, Anleihen und teilweise Rohstoffen oder Inflationsschutz-Komponenten. Nicht objektiv besser, aber eine andere Risikoverteilung. Bei einem Anlagezeitraum von 18 Jahren ist die Frage, ob du auf einen Markt setzt oder auf mehrere.
Steueroptimierung
Im Online-Broker bist du für die Steueroptimierung selbst verantwortlich. Freistellungsauftrag stellen, NV-Bescheinigung einreichen, Gewinne vor Jahresende realisieren, wenn der Sparerpauschbetrag noch nicht ausgeschöpft ist.
Robo Advisor wie Raisin schöpfen den Sparerpauschbetrag und den Grundfreibetrag automatisch aus. Andere Robos (Scalable, Evergreen, OSKAR) zumindest den Sparerpauschbetrag. Du reichst einmal Freistellungsauftrag und NV-Bescheinigung ein, der Rest läuft.
Übergang mit 18
Wenn dein Kind 18 wird, übernimmt es das Depot. Beim Robo Advisor erbt es eine vermögensverwaltete Konstruktion, die sauber weiterläuft.
Beim Online-Broker erbt es einen ETF-Sparplan, den es selbst pflegen muss. Rebalancing, Strategie-Anpassung, Steuer-Logik. Wenn dein Kind dann gerade Abitur macht oder ans Auslandsjahr denkt, ist das Lust und Laune.
Was Robo Advisor nicht können
Robo Advisor sind teurer als Online-Broker. Zwischen 0,11 % und 1,43 % p.a., je nach Anbieter. Im Online-Broker zahlst du oft nur die ETF-TER von 0,15 bis 0,25 %.
Trade Republic und finanzen.net zero locken zudem mit Bonus-Aktionen, bis zu 100 € Startguthaben fürs Kinderdepot. Das gibt es bei Robo Advisor nicht.
Wenn du Spaß an ETF-Auswahl hast, dich gerne mit Asset-Allocation beschäftigst und die Steuer-Bürokratie nicht scheust, fährst du mit einem Online-Broker günstiger. Das ist eine ehrliche Aussage.
Wenn aber die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass das Depot 18 Jahre lang bei dir liegt und du den Pflegeaufwand nicht haben willst, ist der Robo Advisor die saubere Lösung.
Steuern, Krankenkasse und BAföG beim Kinderdepot
Beim Kinderdepot gehen Steuern und Sozialversicherung auf das Kind über. Das ist ein Vorteil, kann aber zu Stolperfallen werden, wenn das Depot größer wird.
Steuern und Freibeträge
Dein Kind hat eigene Steuerfreibeträge. Auf Kapitalerträge fällt erst dann Abgeltungssteuer an, wenn das Einkommen alle Freibeträge übersteigt.
- Sparerpauschbetrag: 1.000 € pro Jahr
- Grundfreibetrag: 12.348 € pro Jahr (Stand 2026)
Zusammengerechnet bleiben Kapitalerträge bis 13.348 € pro Jahr steuerfrei, sofern dein Kind keine anderen Einkünfte hat.
Damit das in der Praxis funktioniert, brauchst du zwei Dokumente. Den Freistellungsauftrag reichst du beim Anbieter ein. Damit wird der Sparerpauschbetrag von 1.000 € automatisch berücksichtigt.
Die Nichtveranlagungsbescheinigung (NV-Bescheinigung) beantragst du beim Finanzamt. Sie sorgt dafür, dass auch der Grundfreibetrag von 12.348 € genutzt wird. Sie gilt drei Jahre und muss dann erneuert werden.
Bei thesaurierenden ETFs gibt es zudem die Vorabpauschale. Du zahlst sie jährlich auch ohne Verkauf, sie wird mit dem Sparerpauschbetrag verrechnet.
Familienversicherung
Wenn du gesetzlich krankenversichert bist, ist dein Kind in der Regel beitragsfrei mitversichert. Voraussetzung ist, dass das Einkommen des Kindes unter der Grenze für die Familienversicherung liegt.
2026 liegt diese Grenze bei 565 € im Monat oder 6.780 € im Jahr. Mit dem Sparerpauschbetrag von 1.000 € sind also Kapitalerträge bis 7.780 € pro Jahr in der Familienversicherung unproblematisch.
Privat versicherte Eltern müssen sich diese Sorge nicht machen. Kinder zahlen in der PKV ohnehin eigene Beiträge, die Kapitalerträge spielen daher keine Rolle.
BAföG
Wenn dein Kind später studiert oder eine schulische Ausbildung macht, wird das Vermögen für BAföG-Berechnungen berücksichtigt. Aktuell bleiben 15.000 € Vermögen anrechnungsfrei, ab dem 30. Lebensjahr sind es 45.000 €.
Bei einem Kinderdepot, das über 18 Jahre wächst, kann das relevant werden. Ein Sparplan von 100 € pro Monat bei 6 % Rendite ergibt rund 38.000 €, also deutlich über der BAföG-Grenze.
Eine Alternative ist das Sparen in deinem eigenen Depot oder in einem Zweitdepot auf deinen Namen. Dann gilt das Vermögen nicht als Eigentum des Kindes, dafür gehen die Steuerfreibeträge des Kindes verloren.
Schenkungsteuer
Wenn du dem Kind später Geld überträgst (zum Beispiel aus einem Zweitdepot), greift die Schenkungsteuer. Allerdings können Eltern ihrem Kind alle 10 Jahre 400.000 € pro Elternteil steuerfrei schenken.
Das heißt, ein Paar kann dem Kind alle 10 Jahre 800.000 € übertragen, ohne Schenkungsteuer. Für ein normales Kinderdepot reicht das deutlich.
Was Robo Advisor mit Steuerautomatik abnehmen
Der Pflichtteil bleibt bei dir. Freistellungsauftrag stellen, NV-Bescheinigung beim Finanzamt holen, alle drei Jahre erneuern. Das funktioniert bei jedem Anbieter gleich.
Den optionalen Teil übernimmt nur Raisin automatisch. Es geht darum, Gewinne aktiv zu realisieren, sobald der Sparerpauschbetrag und der Grundfreibetrag jährlich anstehen. Bei den anderen Robos (Scalable, Evergreen, OSKAR und Co.) wird zumindest der Sparerpauschbetrag automatisch verrechnet.
Was passiert mit dem Kinderdepot, wenn dein Kind 18 wird?
Mit dem 18. Geburtstag endet deine Vollmacht. Das Depot gehört rechtlich schon vorher dem Kind, aber ab der Volljährigkeit kann es auch selbst darüber verfügen. Du als Eltern verlierst den Zugriff.
Wie der Übergang technisch abläuft
Bei den meisten Robo Advisors meldet sich der Anbieter rund um den 18. Geburtstag automatisch beim Kind. Das Kind muss sich legitimieren, meist per Videoident oder PostIdent. Danach bekommt es die Zugriffsrechte aufs Depot.
Bei einigen Anbietern gibt es Besonderheiten:
- bevestor verlangt zusätzlich eine neue Anlagerprofilierung. Das Kind beantwortet die Risiko-Fragen also nochmal selbst.
- quirion kontaktiert dich proaktiv vor dem 18. Geburtstag, damit der Übergang sauber vorbereitet werden kann.
Bei den anderen Anbietern läuft der Übergang nach dem Standardmuster.
Was passiert mit dem Geld?
Ab 18 entscheidet das Kind selbst, ob es das Geld weiter im Depot hält, in einen Sparplan steckt, einen Auszahlungsplan startet oder das Depot auflöst und auszahlen lässt.
Beim Robo-Konstrukt erbt das Kind in der Regel ein vermögensverwaltetes Portfolio, das einfach weiterläuft. Es muss nicht aktiv eingreifen, kann aber jederzeit das Risikoprofil anpassen oder kündigen.
Risikoprofil rechtzeitig anpassen
Ob du das Risikoprofil vor dem 18. Geburtstag absenken solltest, hängt davon ab, was dein Kind mit dem Depot vorhat.
Wenn dein Kind bald ans Geld will, etwa für Auto, Auslandsjahr oder erste Wohnung, lohnt es sich, ab 15 oder 16 schrittweise abzustufen. Weg von 100 % Aktien, hin zu einem konservativeren Mix mit Anleihen oder Geldmarkt. Sonst riskierst du, dass das Depot ausgerechnet in einer Crash-Phase übernommen wird.
Wenn dein Kind das Depot dagegen weiterlaufen lassen will, zum Beispiel bis zur Rente oder zum Wohnungskauf in 10 oder 20 Jahren, kann das Risikoprofil offensiv bleiben. Die Aktien-Lastigkeit ist bei einem Anlagehorizont von 30 Jahren plus genau richtig.
Reden hilft. Wer mit dem Kind ab 14 oder 15 mal über das Depot spricht, weiß früher, in welche Richtung es gehen soll. Bei vielen Robos kannst du das Risikoprofil im laufenden Depot ändern, der Aufwand für eine spätere Anpassung ist gering.
Wenn dein Kind das Depot auflösen will
Mit 18 kann dein Kind das Depot kündigen, das Kinderdepot in ein normales Depot überführen oder das Geld auszahlen lassen. Bei den meisten Anbietern ist die Kündigung kostenfrei und ohne Mindestlaufzeit möglich.
Wenn das Geld langfristig liegen bleibt, lohnt sich der weitere Sparhorizont. Auch ein 18-jähriges Depot kann weiter beim selben Anbieter bleiben, als Erwachsenen-Konto mit den gleichen ETFs und Strategien.
Frühstart-Rente und Kinderdepot
Die Bundesregierung plant für 2026 ein Gesetz zur Frühstart-Rente. Stand jetzt ist sie noch nicht beschlossen.
10 € pro Monat soll der Staat in ein Altersvorsorgedepot deines Kindes einzahlen. Das Geld bleibt kapitalgedeckt, privatwirtschaftlich organisiert und bis zur Volljährigkeit gefördert.
Wer soll die Frühstart-Rente bekommen?
Geplant ist eine schrittweise Einführung. Zum Start ist rückwirkend zum 1. Januar 2026 nur der Geburtsjahrgang 2020 anspruchsberechtigt. Jüngere Jahrgänge sollen schrittweise folgen.
Zielgruppe sind Kinder zwischen 6 und 18 Jahren, die in Deutschland zur Schule gehen.
Was passiert mit dem Geld?
Die staatliche Zulage soll in ein Altersvorsorgedepot mit chancenreicher Kapitalanlage fließen. ETFs sind naheliegend, aber nicht als einzige Anlageform final festgelegt. Während der Ansparphase sollen alle Erträge und Gewinne steuerfrei bleiben.
Ab Volljährigkeit kann das Depot vom Kind selbst weiter bespart werden, mit den Förderkonditionen für die Altersvorsorge.
Das Geld bleibt allerdings bis zum Renteneintritt gesperrt. Es lässt sich also nicht für Führerschein, Studium oder erste Wohnung nutzen. Die Frühstart-Rente ist eine reine Altersvorsorgelösung.
Wer bietet die Frühstart-Rente bei den Robo Advisors an?
Alle acht Robo Advisor in diesem Vergleich haben bereits eine Infoseite zur Frühstart-Rente. Sobald der Gesetzgeber das Gesetz verabschiedet hat, werden sie eine passende Lösung anbieten.
Bis dahin lohnt sich beim jeweiligen Anbieter ein Newsletter-Abo, damit du den Start nicht verpasst. Wo dein Kinderdepot heute liegt, wirst du die Frühstart-Rente wahrscheinlich beim selben Anbieter eröffnen können.
Ergänzt die Frühstart-Rente das Kinderdepot oder ersetzt sie es?
Sie ergänzt es. Die geplante staatliche Förderung von bis zu 1.440 € über 12 Jahre Schulzeit ist ein Zuschuss zur Altersvorsorge, kein Ersatz für ein eigenes Kinderdepot. Wer für Studium, Auto oder erste Wohnung sparen will, braucht weiter ein klassisches Kinderdepot, weil das Geld dort flexibel verfügbar ist.
Beide zusammen ergeben Sinn. Die Frühstart-Rente legt den Grundstein für die Altersvorsorge deines Kindes, das Kinderdepot deckt alles davor ab. Für deine eigene Altersvorsorge ist ein Altersvorsorgedepot der separate Hebel.
Wann ein Robo Advisor nicht die richtige Wahl ist
Robo Advisor sind nicht für jeden die beste Lösung. Hier die drei Situationen, in denen du besser woanders aufgehoben bist.
Wenn du Spaß an ETF-Auswahl und Rebalancing hast
Wer sich selbst mit Asset-Allocation, Faktor-ETFs und Rebalancing-Strategie beschäftigt, fährt im Online-Broker günstiger. Trade Republic, ING, comdirect und finanzen.net zero bieten Kinderdepots fast kostenfrei an. Du wählst den ETF selbst, sparst die Robo-Servicegebühr und bist Herr über jede Entscheidung.
Der Preis dafür ist deine Zeit, und am Ende wahrscheinlich auch Rendite. Studien zeigen seit Jahrzehnten, dass DIY-Anleger im Schnitt ein bis zwei Prozent pro Jahr unter der Marktrendite liegen.
Sie verkaufen im Crash, kaufen nach der Euphorie nach, halten zu lange an Verlustpositionen. Ein Robo macht das nicht. Der hat keine Emotionen.
Wenn dein Kind schon 16 oder älter ist
Bei Fidelity Wealth Expert ist mit 16 Schluss, andere Anbieter eröffnen bis kurz vor dem 18. Geburtstag. Aber bei einer Anlagedauer von ein bis zwei Jahren ist die Aktien-Logik ohnehin fragwürdig. Kurzfristig kannst du Verluste schlechter ausgleichen als bei einem 18-Jahres-Sparen.
In dem Fall lohnt sich oft eher ein Tagesgeld- oder Festgeldkonto auf den Namen des Kindes.
Wenn du gar nicht in Aktien investieren willst
Wenn dir der Aktienmarkt prinzipiell zu volatil ist, ist ein Robo Advisor nicht die richtige Lösung. Tages- und Festgeldkonten gibt es auch für Kinder, und sie sind sicherer. Die Rendite ist deutlich niedriger, aber der Schlaf ist ruhiger.
Über 18 Jahre verlierst du allerdings real an Kaufkraft, weil Tages- und Festgeld die Inflation langfristig nicht ausgleichen. Eine Mischung aus beiden Welten ist möglich, etwa 70 % Robo und 30 % Tagesgeld. Aktuelle Vergleichswerte findest du im Tagesgeld-Vergleich.
Häufige Fragen zum Kinderdepot
Kann ich ein Kinderdepot für mein Enkelkind oder Patenkind eröffnen?
Ein Kinderdepot eröffnen kann nur, wer das Sorgerecht für das Kind hat. Großeltern, Paten oder Tanten können also kein eigenes Depot für das Kind anlegen.
Du kannst aber als Großeltern oder Paten in ein bestehendes Kinderdepot einzahlen, sobald die Eltern es eröffnet haben. Anbieter wie Raisin, bevestor und Scalable haben dafür eigene Sparpaten-Funktionen, andere wie Evergreen vergeben eine eigene IBAN pro Kinderdepot.
Welche ETFs sind im Robo-Kinderdepot?
Bei einem Robo-Kinderdepot wählst du die ETFs nicht selbst. Der Robo Advisor stellt das Portfolio aus passenden ETFs zusammen, gewichtet sie nach deinem Risikoprofil und tauscht sie aus, wenn nötig.
Bei OSKAR steckt das Geld in bis zu 10 ETFs gleichzeitig, bei Raisin in einem global diversifizierten Portfolio aus Vermögensverwaltungs-ETFs. Wenn du selbst entscheiden willst, welcher ETF rein soll, ist ein Online-Broker die richtigere Wahl.
Kann ich ein Kinderdepot allein eröffnen, wenn ich alleinerziehend bin?
Ja, mit alleinigem Sorgerecht kannst du ein Kinderdepot allein eröffnen. Anbieter wie Scalable Capital, Evergreen und bevestor unterstützen das ausdrücklich.
Du brauchst in der Regel den Sorgerechtsbeschluss als Nachweis. Bei Verheirateten reicht die Heiratsurkunde, bei nicht verheirateten Paaren oder Alleinerziehenden ist der Sorgerechtsbeschluss Pflicht.
Lohnt sich ein Kinderdepot überhaupt?
Wenn dein Kind 18 Jahre Zeit zum Sparen hat, ja. Ein Sparplan von 100 € pro Monat ergibt bei 6 % Rendite über 18 Jahre rund 38.000 €, mit 25 € sind es etwa 9.700 €.
Auf einem Tagesgeldkonto wäre der Endbetrag deutlich niedriger, weil Tages- und Festgeld die Inflation langfristig nicht ausgleichen. Dazu kommt die Steuerersparnis durch die Freibeträge des Kindes, die bei einem eigenen Depot wegfallen.
Je früher du startest, desto stärker wirkt der Zinseszins. Wer erst nach fünf Jahren anfängt, verliert grob ein Drittel des Endbetrags. 100 € pro Monat ab Geburt ergeben rund 38.000 €, ab dem 5. Geburtstag nur noch 21.500 €.
Jetzt den passenden Robo finden
Wenn du noch nicht entschieden bist, welcher der acht Anbieter zu dir passt, gibt es zwei Wege.
Selbst filtern
Im interaktiven Robo Advisor Vergleich kannst du nach Kinderdepot, Kosten, Sparplan, Nachhaltigkeit und mehr filtern. Das Ergebnis kommt mit Echtgeld-Daten aus unseren Live-Depots.
Direkt zum Anbieter
Wenn du dich schon entschieden hast, hier die Direktlinks:
→ Raisin Kinderdepot eröffnen für die Steuer-Automatik
→ quirion Kinderdepot eröffnen für die Banklizenz und Faktor-ETFs
→ Scalable Kinderkonto eröffnen für die größte Plattform mit App-Bündel
Was du brauchst
Bei jedem Anbieter brauchst du die Geburtsurkunde deines Kindes, die Steuer-ID des Kindes, deinen Personalausweis und in den meisten Fällen die Zustimmung des zweiten Elternteils.
Setup-Zeit liegt bei den meisten Anbietern zwischen 10 und 20 Minuten. Bei MorgenFund läuft die Eröffnung über den Postweg, dort solltest du ein paar Wochen Bearbeitungszeit einplanen.
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