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Börsencrash vorbereiten: Vermögen sichern in 3 Schritten

Autor: Michael Beutel  Update: 7. November 2025

Autor: Michael Beutel

Update: 7. November 2025

Minus 80 Prozent.

So viel habe ich im Jahr 2000 verloren.

Warum?

Weil ich beim ersten Börsencrash meines Lebens jeden Anfängerfehler gemacht habe, den man machen kann.

Ich kaufte zur falschen Zeit.

Ich verkaufte zur falschen Zeit.

Und ich glaubte, ich könne den Markt schlagen.

Konnte ich nicht.

Doch diese schmerzhafte Lektion hat mir etwas gezeigt:

Ein Börsencrash ist nicht das Problem.

Das Problem ist, wie du reagierst.

In diesem Artikel erfährst du:

  • Warum die meisten Anleger im Crash Geld verlieren – und wie du zu den Gewinnern gehörst
  • Die 3 Strategien, die in jedem Crash funktionieren (historisch bewiesen)
  • Warum ein Robo Advisor im Crash dein bester Freund ist
  • Wie du mit einem Spieldepot deine Emotionen in Schach hältst
  • Der fatale Fehler, den 90 Prozent der Anleger machen, wenn die Kurse fallen

Der nächste Crash kommt garantiert.

Die Frage ist nur: Wirst du Geld verlieren oder Geld verdienen?

Das Wichtigste in Kürze

  • Börsencrashs sind normal und wiederkehrend: Du musst verstehen, dass Crashs zum Investieren dazugehören. Die Geschichte zeigt: Nach jedem Crash hat sich die Börse erholt. Die Frage ist nur, ob du dabei warst oder in Panik verkauft hast.
  • Emotionen sind dein größter Feind: Wenn die Kurse fallen, will dein Gehirn verkaufen. Doch genau das ist der fatale Fehler. Wer im Crash verkauft, verwandelt Buchverluste in echte Verluste und verpasst die Erholung.
  • Die richtige Asset-Allokation schützt dich: Lege fest, wie viel Verlust du mental verkraften kannst, bevor der Crash kommt. Wenn du bei minus 30 Prozent nicht mehr schlafen kannst, brauchst du mehr Sicherheit im Portfolio.
  • Investiert bleiben statt Market Timing: Versuche nicht, den perfekten Zeitpunkt zum Aus- und Wiedereinstieg zu treffen, das funktioniert nicht. Wer die besten Börsentage verpasst, verliert massiv an Rendite.
  • Nutze die Kerndepot-Strategie mit einem Robo Advisor: Dein Kerndepot läuft automatisch beim Robo Advisor und macht Rebalancing ohne Emotionen. So bleibst du diszipliniert, wenn alle anderen in Panik verkaufen.
  • Ein Crash ist ein Schlussverkauf: Wenn du freies Kapital hast, kannst du antizyklisch nachkaufen. Ein Sparplan beim Robo Advisor macht das automatisch – du kaufst günstig nach und profitierst vom Cost-Average-Effekt.

Was ein Börsencrash wirklich bedeutet

Ein Börsencrash ist ein plötzlicher, starker Kurseinbruch an den Aktienmärkten.

Die Definitionen variieren, doch üblicherweise spricht man von einem Crash, wenn die Kurse innerhalb einer gewissen Zeit um 20 Prozent oder mehr fallen.

Manchmal geht es rasant. Der berühmte Schwarze Montag von 1987 brachte an einem einzigen Tag einen Kurssturz von über 22 Prozent.

Wichtig ist: Ein Börsencrash ist keine Ausnahme. Er gehört zum Geld anlegen an der Börse dazu wie Regen zum Wetter.

Seit Beginn der modernen Kapitalmärkte gab es immer wieder solche Einbrüche. Die Dotcom-Blase im Jahr 2000, die Finanzkrise 2008, der Corona-Crash 2020. Und es wird weitere geben.

Die gute Nachricht: Die Börse hat sich nach jedem Crash erholt. Immer. Die Frage ist nur, ob du dabei warst.

Die größten Börsencrashs der Geschichte

Die Börse hat ein Gedächtnis. Wer die Geschichte kennt, macht weniger Fehler.

Hier sind die wichtigsten Crashs, von denen jeder Anleger gehört haben sollte:

1637 – Tulpenmanie in den Niederlanden

Die Mutter aller Spekulationsblasen.

Tulpenzwiebeln aus dem Orient wurden zum Statussymbol der niederländischen Oberschicht. Die Preise explodierten. Eine einzelne Zwiebel kostete so viel wie ein Haus am Amsterdamer Kanal.

Menschen verkauften ihr Vermögen, liehen sich Geld, um Tulpen zu kaufen. Alle glaubten, die Nachfrage aus ganz Europa würde die Preise ewig steigen lassen.

Im Februar 1637 fand in Haarlem eine Auktion statt, bei der plötzlich niemand mehr bereit war, die verrückten Preise zu zahlen. Panik brach aus.

Innerhalb weniger Tage brach der Markt zusammen. Die Zwiebeln waren praktisch wertlos. Viele Händler und Spekulanten waren ruiniert.

1929 – Der Schwarze Donnerstag

Am 24. Oktober 1929 begann der dramatischste Börsencrash der Geschichte. Nach Jahren des Booms, in denen jeder Taxifahrer Aktientipps gab, platzte die Blase.

Die Euphorie war grenzenlos gewesen. Viele hatten auf Kredit gekauft. Als die ersten Kurse zu bröckeln begannen, kam es zu Panikverkäufen.

Der Dow Jones verlor bis 1932 insgesamt 89 Prozent. Die Weltwirtschaftskrise folgte mit Massenarbeitslosigkeit und Armut.

Erst 1954, also 25 Jahre später, erreichte der Dow Jones wieder sein Vorkrisenniveau von 1929. Eine ganze Generation von Anlegern wurde traumatisiert.

1987 – Der Schwarze Montag

Am 19. Oktober 1987 erlebte die Börse den größten Tagesverlust ihrer Geschichte. Der Dow Jones stürzte an einem einzigen Tag um 22,6 Prozent ab.

Der Auslöser war eine Kombination aus überhitzten Märkten, steigenden Zinsen und computergesteuerten Verkaufsprogrammen, die die Abwärtsspirale beschleunigten. Die Panik war gewaltig.

Doch dann passierte etwas Überraschendes: Die Wirtschaft brach nicht zusammen. Es kam keine Rezession. Die Notenbank handelte schnell und senkte die Zinsen.

Bereits im Januar 1989, also nur 15 Monate später, hatte der Markt seine Verluste vollständig ausgeglichen. Der schnellste Crash und die schnellste Erholung bis dahin.

2000 – Die Dotcom-Blase

Ende der 90er Jahre war jeder im Internetfieber. Firmen mit ".com" im Namen wurden an die Börse gebracht, obwohl sie keinen Cent Gewinn machten. Hauptsache Internet, Hauptsache Wachstum.

Die Bewertungen waren absurd. Der Nasdaq, der technologielastige Index, stieg zwischen 1995 und März 2000 um über 400 Prozent.

Dann platzte die Blase. Von März 2000 bis Oktober 2002 verlor der Nasdaq 78 Prozent. Viele Internetfirmen verschwanden komplett. Pets.com, Webvan, Boo.com: heute kennt sie niemand mehr.

Erst im April 2015, also 15 Jahre nach dem Höhepunkt, erreichte der Nasdaq wieder sein altes Allzeithoch. Ich habe diesen Crash selbst miterlebt und fast 80 Prozent meines Kapitals verloren, weil ich zu euphorisch war und alle Anfängerfehler gemacht habe, die man machen konnte.

2008 – Die Finanzkrise

Die Immobilienblase in den USA platzte. Banken hatten Kredite an Menschen vergeben, die sie nie zurückzahlen konnten, und diese faulen Kredite weltweit verkauft.

Als die Häuserpreise fielen, brach das System zusammen. Im September 2008 meldete Lehman Brothers Insolvenz an, eine der größten Bankenpleiten der Geschichte.

Das Vertrauen zwischen Banken verschwand. Der Kreditmarkt trocknete aus. Der S&P 500 verlor von Oktober 2007 bis März 2009 insgesamt 57 Prozent.

Regierungen und Notenbanken mussten mit Billionen eingreifen, um den Kollaps des Finanzsystems zu verhindern.

Die Erholung dauerte etwa fünf Jahre. Im März 2013 hatte der S&P 500 sein altes Hoch wieder erreicht. Wer durchgehalten hatte, war im Plus. Wer verkauft hatte, nicht.

2020 – Der Corona-Crash

Im Februar 2020 wurde klar: Das Coronavirus ist keine regionale Sache, sondern eine Pandemie. Länder gingen in den Lockdown. Die Wirtschaft wurde heruntergefahren.

Niemand wusste, wie lange es dauern würde. Die Unsicherheit war enorm. Vom 19. Februar bis zum 23. März 2020 verlor der S&P 500 rund 34 Prozent. Der schnellste Crash im Bärenmarkt-Territorium der Geschichte.

Doch dann passierte etwas Erstaunliches: Notenbanken fluteten die Märkte mit Liquidität. Regierungen schnürten riesige Hilfspakete. Und die Börse drehte.

Bereits im August 2020, also nur fünf Monate später, hatte der S&P 500 sein Vorkrisenniveau wieder erreicht. Die schnellste Erholung aller Zeiten.

Was alle Crashs gemeinsam haben

Sie fühlten sich wie das Ende der Welt an. Die Medien überschlugen sich mit Katastrophenszenarien. Experten prophezeiten jahrzehntelange Stagnation.

Doch die Börse erholte sich. Immer. Manchmal dauerte es zwei Jahre, manchmal 25 Jahre.

Aber wer investiert blieb und breit diversifiziert war, gewann langfristig. Wer verkaufte und draußen blieb, verlor.

Warum die meisten im Crash falsch handeln

Ich habe im Jahr 2000 meine erste Investition an der Börse getätigt.

Direkt vor der Dotcom-Krise.

Ich machte jeden Anfängerfehler, den man machen kann, und verlor fast 80 Prozent meines Kapitals, weil ich zur falschen Zeit kaufte, zur falschen Zeit verkaufte und glaubte, ich könne den Markt schlagen. Ich konnte es nicht.

Diese Erfahrung hat mich gelehrt, dass Emotionen der größte Feind jedes Anlegers sind.

Wenn die Kurse fallen, will unser Gehirn nur eines: raus aus der Gefahr. Verkaufen. Sicher sein. Doch genau das ist der Fehler.

Wer im Crash verkauft, macht Buchverluste zu echten Verlusten. Er verpasst die Erholung, die folgt. Historisch gesehen haben Anleger, die investiert blieben, ihre Verluste wieder aufgeholt und langfristig Gewinne gemacht. Die, die verkauften, nicht.

Das Problem liegt in unserer Psychologie. Wir fühlen Verluste doppelt so stark wie Gewinne. Dieser sogenannte Verlustaversions-Effekt sorgt dafür, dass wir im Crash handeln, obwohl wir besser stillhalten sollten.

Die Kerndepot-Strategie beim Robo Advisor

Ich habe seit 2016 eigenes Geld in viele verschiedene Robo Advisor investiert.

Nicht aus Spaß, sondern um zu verstehen, wie sie funktionieren und auch wie sie sich in Krisen bewähren.

Das Ergebnis: Ein Robo Advisor ist in einem Börsencrash genau das, was die meisten Anleger brauchen: ein emotionsloser Autopilot.

Ein Kerndepot beim Robo Advisor läuft nach festen Regeln. Es ist breit gestreut über Tausende Aktien und Anleihen weltweit.

Es verkauft nicht, wenn die Kurse fallen. Es hält die Strategie durch. Und es macht automatisches Rebalancing, wenn die Gewichtungen durcheinander geraten.

Das bringt dir drei entscheidende Vorteile im Crash:

  • Du musst keine Entscheidungen treffen, wenn deine Gefühle verrücktspielen
  • Du bleibst diszipliniert investiert, statt in Panik zu verkaufen
  • Du profitierst von der Erholung, weil du nicht draußen warst

Der Robo Advisor tut im Crash genau das, was rational richtig ist: nichts. Er hält die Aktienquote. Er bleibt im Markt. Er wartet ab.

Das klingt simpel. Ist es auch. Aber es ist schwer umzusetzen, wenn du jeden Tag dein Depot checkst und die roten Zahlen siehst. Deshalb ist die wichtigste Regel im Crash: App zu lassen, Leben weiter genießen.

Das Spieldepot beim Neo-Broker als Ventil

Ich weiß, wie es ist.

Du willst nicht nur passiv zuschauen. Du willst handeln. Etwas tun. Die Kontrolle behalten. Das ist menschlich. Und genau dafür gibt es das Spieldepot.

Ein Spieldepot beim Neobroker ist dein Ventil. Es ist der Teil deines Vermögens, mit dem du experimentierst.

Maximal 10 Prozent. Nicht mehr.

Hier darfst du Einzelaktien kaufen, Branchen-Wetten eingehen, deine Thesen testen.

Im Crash hat das Spieldepot eine wichtige Funktion:

  • Es gibt dir das Gefühl, aktiv zu sein, ohne dein Kerndepot zu gefährden
  • Du kannst antizyklisch günstig nachkaufen, wenn du eine Chance siehst
  • Du lernst, wie du mit Volatilität umgehst, ohne alles zu riskieren

Aber pass auf: Das Spieldepot ist kein zweites Kerndepot. Es dient nicht dazu, höhere Renditen zu erzielen.

Es dient dazu, dass du dein Kerndepot in Ruhe lässt. Wenn du merkst, dass du mehr als 10 Prozent ins Spieldepot steckst oder ständig neue Positionen aufbaust, hast du die Kontrolle verloren.

Die Kombination aus Kerndepot und Spieldepot ist intelligent, weil sie deine Psychologie berücksichtigt.

Das Kerndepot kümmert sich um deine Rendite. Das Spieldepot kümmert sich um deine Gefühle.

Drei Strategien, die im Crash wirklich helfen

Ich habe über 25 Jahre Börsenerfahrung und deshalb jeden Crash seit dem Jahr 2000 mitgemacht. Die Dotcom-Blase, Lehman, Corona.

Und ich kann dir sagen: Es gibt nur drei Strategien, die im Crash wirklich zählen.

Strategie 1: Die richtige Asset-Allokation festlegen

Risikomanagement passiert nicht im Crash. Es passiert vorher.

Die wichtigste Entscheidung, die du triffst, ist deine Asset-Allokation. Das ist die Aufteilung deines Vermögens in risikobehaftete Anlagen (Aktien) und risikoarme Anlagen (Anleihen, Tagesgeld). Diese Aufteilung bestimmt, wie stark dein Gesamtportfolio im Crash fällt.

Ein Beispiel: Wenn dein Portfolio aus 80 Prozent Aktien und 20 Prozent Anleihen besteht, fällt es bei einem 50-Prozent-Crash der Aktien um etwa 40 Prozent. Wenn du aber nur 50 Prozent Aktien hältst, fällt dein Gesamtportfolio nur um 25 Prozent.

Die Frage ist nicht, wie viel Rendite du willst. Die Frage ist, wie viel Verlust du ertragen kannst, ohne zu verkaufen.

Wenn du bei einem Minus von 30 Prozent nicht mehr schlafen kannst, brauchst du mehr Sicherheit im Portfolio. Wenn du einen 50-Prozent-Crash durchstehen kannst, darfst du mehr Aktien halten.

Die Asset-Allokation muss zu dir passen. Nicht zu deinem Nachbarn. Nicht zu irgendeinem Youtube-Guru. Zu dir.

Und du legst sie fest, bevor der Crash kommt. Nicht währenddessen.

Strategie 2: Investiert bleiben statt Market Timing

Market Timing bedeutet, dass du versuchst, den Markt zu timen. Vor dem Crash raus. Nach dem Crash rein. Klingt logisch.

Funktioniert nicht.

Warum?

Weil niemand weiß, wann der Tiefpunkt erreicht ist. Du verkaufst bei minus 20 Prozent und wartest auf den perfekten Wiedereinstieg.

Doch dann erholt sich der Markt, und du sitzt draußen. Du wartest auf den nächsten Rücksetzer, der nicht kommt. Und irgendwann steigst du teurer wieder ein, als du verkauft hast.

Studien zeigen: Die besten Börsentage kommen oft direkt nach den schlechtesten. Wer diese Tage verpasst, weil er gerade nicht investiert war, verliert massiv an Rendite.

Wer von 1990 bis 2020 im S&P 500 investiert war, erzielte etwa 10 Prozent Rendite pro Jahr. Wer die 10 besten Tage verpasste, nur noch 6 Prozent. Wer die 30 besten Tage verpasste, machte fast keine Rendite mehr.

Die bessere Strategie: Bleib investiert. Auch wenn es wehtut. Auch wenn die Nachrichten düster sind. Auch wenn dein Bauchgefühl dir sagt, dass es noch schlimmer wird. Dein Robo Advisor hilft dir dabei, weil er keine Emotionen hat.

Strategie 3: Antizyklisch nachkaufen, wenn du Cash hast

Ein Börsencrash ist ein Schlussverkauf.

Stell dir vor, deine Lieblingsaktien sind plötzlich 30 Prozent günstiger. Warum solltest du nicht kaufen?

Genau das tun professionelle Investoren. Sie kaufen, wenn andere verkaufen.

Aber Achtung: Das gilt nur, wenn du freies Kapital hast. Wenn du dein Kerndepot verkaufen musst, um nachzukaufen, machst du es falsch.

Nachkaufen funktioniert nur mit Geld, das du nicht investiert hast. Mit deinem Notgroschen, den du beiseitegelegt hast. Oder mit dem monatlichen Sparplan, der sowieso läuft.

Der Robo Advisor macht das via Sparplan automatisch. Er kauft jeden Monat nach, egal ob die Kurse steigen oder fallen. Das nennt sich Cost-Average-Effekt. Du kaufst mal teuer, mal günstig. Im Durchschnitt zu einem fairen Preis.

Im Spieldepot kannst du gezielter vorgehen. Wenn eine Aktie oder ein Sektor überproportional gefallen ist und du glaubst, dass die Panik übertrieben ist, kannst du antizyklisch zuschlagen.

Aber immer nur mit Geld aus deinem Spieldepot. Nie mit dem Kern.

Der typische Fehler: Aus Aktien raus, wenn es kracht

Ich sehe es immer wieder.

Der Markt fällt. Die Nachrichten werden düsterer. Und plötzlich verkaufen Anleger ihre Aktien und parken das Geld im Tagesgeld. Sie fühlen sich sicher. Endlich keine roten Zahlen mehr.

Doch sie übersehen zwei Dinge:

Erstens: Sie haben ihren Buchverlust in einen echten Verlust verwandelt. Was vorher nur auf dem Papier stand, ist jetzt Realität. Die Aktien, die sie bei minus 30 Prozent verkauft haben, werden sich erholen – sie selbst aber nicht mehr davon profitieren.

Zweitens: Sie bauen neues Risiko auf. Wenn das Geld länger als ein paar Wochen auf dem Bankkonto liegt und die Summe die Einlagensicherung übersteigt, trägst du das Risiko eines Bankausfalls. Klingt unwahrscheinlich? War es 2008 auch. Bis Lehman Brothers pleiteging.

Der bessere Weg: Akzeptiere, dass Buchverluste zum Investieren gehören. Sie sind vorübergehend. Solange du nicht verkaufst, hast du nichts verloren. Du besitzt immer noch die gleiche Anzahl an Aktien. Nur ihr aktueller Preis ist niedriger. Morgen kann er wieder höher sein.

Wie du mental stark bleibst, wenn alle durchdrehen

Ein Börsencrash ist vor allem ein Psychologie-Test.

Es geht nicht um Zahlen. Es geht darum, ob du es aushältst, wenn dein Depot 30 Prozent im Minus steht. Ob du ruhig bleibst, wenn die Medien den Weltuntergang prophezeien. Ob du deiner Strategie vertraust, wenn alle um dich herum verkaufen.

Das hilft dir, mental stark zu bleiben:

  • Schau nicht täglich ins Depot, wenn die Märkte fallen
  • Erinnere dich daran, warum du investiert hast (langfristig, nicht kurzfristig)
  • Lies keine Crash-Prognosen von selbsternannten Experten
  • Sprich mit deinem Robo Advisor-Depot, als wäre es ein Freund: "Wir sitzen das aus"
  • Nutze dein Spieldepot als Ventil, wenn du unbedingt etwas tun musst

Ich habe gelernt: Die größten Fehler passieren, wenn du hektisch wirst. Wenn du glaubst, du müsstest jetzt handeln, weil alle handeln.

Doch die Masse liegt im Crash fast immer falsch. Die Masse verkauft unten. Die Masse kauft oben. Die Masse verdient kein Geld.

Warum Immobilien und Gold im Crash auch fallen

Viele glauben, Immobilien oder Gold seien sicher im Crash.

Das stimmt nicht.

Immobilien sind weniger liquide als Aktien, weshalb du die Verluste nicht sofort siehst. Aber sie fallen auch. In der Finanzkrise 2008 verloren Immobilien in den USA teilweise über 50 Prozent an Wert. In Deutschland war es glimpflicher, aber auch hier gingen die Preise zurück.

Gold schwankt ebenfalls. Im Corona-Crash 2020 fiel Gold zunächst mit, bevor es später stieg. Gold bringt keine Zinsen, keine Dividenden. Es ist ein Klumpenrisiko, keine Diversifikation.

Die beste Sicherheit im Crash ist eine breite Streuung über viele Anlageklassen und Regionen.

Genau das macht ein Robo Advisor automatisch. Er streut weltweit über Tausende Wertpapiere. Dein Risiko ist nicht in einem Land, nicht in einer Branche, nicht in einer Aktie konzentriert.

Warum ein Börsencrash auch Chancen bietet

Ich weiß, das klingt zynisch.

Doch ein Börsencrash bietet echte Chancen. Nicht für alle. Aber für die, die liquide sind und die Nerven behalten.

Warren Buffett sagt: "Sei ängstlich, wenn andere gierig sind. Und sei gierig, wenn andere ängstlich sind."

Im Crash sind alle ängstlich. Die Kurse fallen unter ihren fairen Wert. Unternehmen, die gestern noch teuer waren, sind heute günstig.

Wenn du in dieser Phase kaufst, profitierst du von der Erholung doppelt. Du kaufst günstig ein und verkaufst später teurer.

Dein Robo Advisor macht das automatisch durch Rebalancing. Wenn die Aktienquote fällt, kauft er Aktien nach. Wenn sie steigt, verkauft er und sichert Gewinne.

Im Spieldepot kannst du gezielter agieren. Du siehst, welche Branchen besonders stark gefallen sind.

Vielleicht ist die Panik übertrieben. Vielleicht bietet sich eine Chance. Aber auch hier gilt: Nur mit Geld, das du nicht brauchst. Und nur, wenn du bereit bist, auch falsch zu liegen.

Dein Aktionsplan für den nächsten Börsencrash

Der nächste Börsencrash kommt. Garantiert.

Wann? Keine Ahnung. Warum? Auch egal. Wichtig ist nur, dass du vorbereitet bist.

Das machst du jetzt, bevor es kracht:

  • Lege deine Asset-Allokation fest (wie viel Aktien, wie viel Sicherheit)
  • Richte ein Kerndepot beim Robo Advisor ein, wenn du es noch nicht hast
  • Lege maximal 10 Prozent als Spieldepot beim Neo-Broker an
  • Überprüfe, ob du bei minus 30 Prozent oder minus 50 Prozent noch schlafen kannst
  • Wenn nein, reduziere die Aktienquote jetzt

Das machst du im Crash:

  • Nichts. Lass den Robo Advisor arbeiten.
  • Schau nicht täglich ins Depot.
  • Verkaufe nicht aus Panik.
  • Wenn du Cash hast, kaufe nach (mit Sparplan oder gezielt im Spieldepot).
  • Erinnere dich: Jeder Crash ging vorbei.

Die Wahrheit ist: Ein Börsencrash kostet dich nur dann Geld, wenn du verkaufst. Solange du investiert bleibst, sind die Verluste vorübergehend. Die Geschichte zeigt: Die Märkte erholen sich. Immer.

Die Frage ist nicht, ob du den nächsten Crash überlebst. Die Frage ist, ob du dabei bleibst und danach stärker rausgehst. Das entscheidest du. Nicht der Markt.

Michael Beutel


Michael Beutel ist Gründer von Geldanlage-digital und seit über 20 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Als Dipl.-Volksw. / Dipl.-Kfm. sammelte er langjährige Erfahrungen im Finanzbereich und im Aufbau digitaler Geschäftsmodelle. Mit der Plattform Geldanlage-digital bringt er Transparenz in den Markt der digitalen Geldanlage und unterstützt Privatanleger dabei, den richtigen Robo Advisor zu finden.


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