Du hast dich für einen Robo Advisor entschieden. Jetzt willst du Geld einzahlen und loslegen. Klingt simpel, ist es auch.
Aber ein paar Dinge solltest du vorher wissen: Wie viel musst du mindestens mitbringen? Wie funktionieren Sparpläne konkret? Und wie flexibel bist du wirklich unterwegs?
In diesem Artikel zeige ich dir, wie Einzahlungen funktionieren, welche Mindestbeträge gelten und wie du deinen Sparplan so einrichtest, dass dein Geld automatisch arbeitet.
Zwei Wege: Lastschrift vs. Überweisung
Die meisten Robo Advisor bieten dir beide Optionen. Beide haben ihre Vor- und Nachteile.
Einzahlung per SEPA-Lastschrift
Du gibst den Betrag in deinem Login-Bereich ein, bestätigst die Zahlung, fertig. Der Robo Advisor zieht das Geld automatisch von deinem Referenzkonto ab.
Bequem, aber mit Haken: Bei vielen Anbietern liegt die Obergrenze bei 25.000 Euro pro Einzelzahlung. Innerhalb von acht Wochen oft maximal 25.000 Euro insgesamt. Für höhere Beträge musst du überweisen.
Per Überweisung bist du flexibler
Keine Betragsgrenzen, keine Wartefristen. Du überweist einfach auf dein Verrechnungskonto beim Robo Advisor. Die IBAN findest du im Login-Bereich.
Wichtig: Die Überweisung muss von deinem Referenzkonto kommen. Andere Konten werden automatisch abgelehnt und zurücküberwiesen. Das Referenzkonto ist bei 91 % aller Anbieter Pflicht (30 von 33).
Meine Erfahrung nach über zehn Jahren: Überweisungen sind oft schneller als Lastschriften. Das Geld steht früher zur Investition bereit.
Wie viel musst du mindestens einzahlen?
Die Einstiegshürden unterscheiden sich deutlich. Fünf Anbieter starten ab 1 Euro, sechs verlangen mindestens 10.000 Euro. Dazwischen liegt alles.
Segment | Anbieter (Beispiele) | Mindestanlage |
|---|---|---|
Ab 1 € | Evergreen, quirion, Scalable Capital, Ginmon, Peaks | 1 € |
10 bis 50 € | Raisin Invest (25 €), ING (20 €), Whitebox (25 €), Mintos (50 €) | 10 bis 50 € |
200 bis 500 € | bevestor (500 €), growney (500 €), Fidelity WE (500 €), ROBIN (500 €) | 200 bis 500 € |
750 bis 1.000 € | 750 bis 1.000 € | |
2.500 bis 5.000 € | fintego (2.500 € oder 50 €/Mon.), inno invest (5.000 €) | 2.500 bis 5.000 € |
Premium | ab 10.000 € |
75 % aller Robos (25 von 33) sind mit maximal 1.000 Euro zugänglich. Die Mindestanlage ist bei der Mehrheit kein Thema mehr.
Drei Anbieter bieten eine clevere Alternative: Bei cominvest, fintego und MorgenFund kannst du auch über den Sparplan einsteigen, ohne die volle Einmalanlage mitzubringen. fintego verlangt zwar 2.500 Euro einmalig, aber der Einstieg funktioniert auch ab 50 Euro im Monat über den Sparplan.
Sparpläne: dein automatischer Vermögensaufbau
Die Sparraten-Spanne ist breiter als die meisten denken. Fünf Anbieter starten ab 1 Euro, die höchste reguläre Mindestsparrate liegt bei 200 Euro (Warburg Navigator).
Sparrate ab | Anbieter (Beispiele) |
|---|---|
1 €/Mon. | Evergreen, Scalable Capital, Openbank, ROBIN, Peaks |
10 bis 25 €/Mon. | bevestor (25 €), growney (25 €), quirion (25 €), Raisin Invest (25 €), OSKAR (25 €), Consorsbank (10 €), ING (20 €), VisualVest (25 €), Whitebox (25 €), WillBe (25 €) |
50 €/Mon. | Fidelity WE (50 €), MorgenFund (50 €), Smavesto (50 €), vividam (50 €), fintego, Ginmon, investify |
100 €/Mon. | cominvest (100 €), Solidvest (100 €) |
200 €/Mon. | Warburg Navigator |
Kein Sparplan | Estably, Flossbach von Storch ONE, LIQID |
Der Sparplan wird typischerweise am ersten Bankarbeitstag des Monats per Lastschrift abgebucht. Die Gutschrift erfolgt am zweiten oder dritten Bankarbeitstag. Direkt danach wird investiert.
Alternative: Richte einen Dauerauftrag von deinem Girokonto auf das Verrechnungskonto ein. Das funktioniert besonders gut, wenn dein Referenzkonto im Ausland liegt.
Sparplan-Flexibilität: Pausieren, anpassen, dynamisieren
Die Sparrate lässt sich bei den meisten Anbietern anpassen. Aber „flexibel" ist nicht gleich „flexibel". Es gibt drei Stufen:
Sparrate anpassen (82 % aller Anbieter): Du kannst den Betrag ändern. Mehr sparen, weniger sparen. Keine Gebühren dafür. Das ist der Standard.
Sparplan pausieren (67 % aller Anbieter): Du kannst die Sparrate komplett aussetzen, ohne den Sparplan zu kündigen. Änderungen müssen nur mindestens drei Bankarbeitstage vor dem nächsten Einzugstermin erfolgen. Keine Mindestlaufzeiten.
Dynamische Anpassung (nur 24 % aller Anbieter): Der Sparplan erhöht sich automatisch, zum Beispiel um einen festen Prozentsatz pro Jahr. Das klingt nach einem Nischen-Feature, ist aber für langfristigen Vermögensaufbau ein unterschätzter Hebel. Wer seine Sparrate über 10 oder 15 Jahre nicht anpasst, verliert durch Inflation real an Spardisziplin.
Nur sechs Anbieter bieten alle drei Stufen (Pausieren + Anpassen + Dynamisierung): Evergreen, fintego, Fidelity WE, ING, Openbank und Peaks. Wenn du systematisch sparst und Wert auf maximale Flexibilität legst, sind diese sechs die erste Wahl.
Von der Einzahlung zur Investition: So lange dauert es
Bei einer Lastschrift wird der Betrag innerhalb von vier Bankarbeitstagen eingezogen. Ab dem Tag des Geldeingangs gilt deine Zahlung als Kaufauftrag.
Bei einer Überweisung zählt nicht der Tag der Beauftragung, sondern der Tag des Geldeingangs beim Robo Advisor. Die eigentliche Investition erfolgt meist einen Bankarbeitstag danach.
Bei 94 % aller Anbieter (31 von 33) wird dein Geld automatisch investiert, sobald es auf dem Verrechnungskonto eingeht. Neue Gelder fließen bevorzugt in untergewichtete Positionen. So bleibt deine Strategie im Gleichgewicht, ohne dass du etwas tun musst.
Die gekauften ETF-Anteile werden innerhalb von fünf Bankarbeitstagen angezeigt. Bis dahin läuft der Betrag als Cash-Position, aber keine Sorge: Du nimmst bereits an Kursveränderungen teil.
Tipp: Wenn du deine Einzahlung bis zum 20. eines Monats tätigst, bist du bei vielen Anbietern bei der nächsten Portfolioanpassung dabei.
Sicherheit bei Einzahlungen
Alle Ein- und Auszahlungen laufen ausschließlich über dein Referenzkonto. Zahlungen von fremden Konten werden automatisch zurückgewiesen.
SEPA-Lastschriften sind per mTAN geschützt, alle Daten werden verschlüsselt übertragen, jede Transaktion ist im Orderbuch nachvollziehbar. Die Änderung des Referenzkontos erfordert eine Zwei-Faktor-Authentifizierung.
Bei höheren Lastschrift-Beträgen gibt es teilweise eine temporäre Auszahlungssperre. Das dient dem Schutz vor Betrug.
Kreditkartenzahlungen, PayPal oder Transferwise sind nicht möglich. Alle Zahlungen müssen eindeutig dir zuzuordnen sein.
Keine Bindung, kein Kleingedrucktes
Kein einziger der 33 Robo Advisor im Vergleich hat eine Kündigungsfrist oder Mindesthaltedauer. Das ist kein Zufall, sondern Branchenstandard.
Du kannst jederzeit zusätzliche Einzahlungen vornehmen, deine Sparrate ändern oder dein Geld komplett abziehen. Keine Gebühren für Änderungen am Sparplan, keine versteckten Kosten bei Auszahlungen.
Für Oliver (und jeden, der sich fragt „Was, wenn ich das Geld doch brauche?"): Du sitzt nie fest. Das Geld bleibt liquide.
Was du bei irrtümlichen Einzahlungen tun kannst
Kontaktiere sofort den Kundenservice. Die meisten Anbieter können veranlassen, dass das Geld nicht investiert wird. Du kannst es dir dann wieder auszahlen lassen.
Je schneller du reagierst, desto besser. Ist das Geld bereits investiert, musst du eine reguläre Auszahlung beauftragen. Dabei können ETF-Anteile verkauft werden, was steuerliche Folgen haben kann.
Meine zwei wichtigsten Empfehlungen
Nutze Überweisungen statt Lastschriften, wenn du größere Beträge einzahlen willst. Das geht schneller und ist flexibler.
Richte einen Sparplan ein, auch wenn er nur 25 Euro beträgt. 13 Anbieter starten ab maximal 25 Euro im Monat. Die Regelmäßigkeit ist wichtiger als die Höhe. So profitierst du vom Cost-Average-Effekt und baust kontinuierlich Vermögen auf.
Wenn du Wert auf maximale Flexibilität legst (inklusive automatischer Dynamisierung): Schau dir Evergreen, quirion oder ING an. Diese drei kombinieren niedrige Einstiegshürden mit voller Sparplan-Flexibilität und einem Entnahmeplan für später.
