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Peaks Erfahrungen 06/26: Lohnt sich Micro-Investing?

Michael Beutel ·  6. Juni 2026  ·   min

Peaks ist ein Micro-Investing-Robo aus Amsterdam. Seit 2017 am Markt, App durchdacht gebaut, Wechselgeld-Feature als Herzstück. Dein Kaffee kostet 2,70 Euro, Peaks rundet auf 3 Euro auf, und die 30 Cent landen am Ende der Woche im Depot. So die Idee.

Wir haben bei Peaks kein Live-Depot. Peaks hat sich bisher nicht entschieden, am Echtgeld-Test teilzunehmen.

Technisch ist das sauber aufgesetzt. Vier passive Portfolios aus nachhaltigen Indexfonds, ab 1 Euro einsteigbar, App im Hintergrund unauffällig.

Zwei Schwachpunkte stehen im Weg, sobald es um mehr als eine Wechselgeld-Beilage geht. Die Abgeltungsteuer wird nicht automatisch ans deutsche Finanzamt abgeführt, weil dein Depot in den Niederlanden liegt. Kinderdepot, Firmendepot und Entnahmeplan fehlen.

Für das Spielgeld-Depot passt das. Für ein echtes Kerndepot gibt es in Deutschland bessere Optionen.

Passt Peaks zu dir?

Peaks passt zu dir, wenn...

  • du dein Wechselgeld automatisch anlegen willst
  • du nur in nachhaltige ETFs investierst
  • du deine Steuer sowieso selbst machst

Peaks passt NICHT zu dir, wenn...

  • dein Sparplan über 2.500 Euro pro Monat läuft
  • du Kinderdepot, Firmendepot oder Entnahmeplan brauchst
  • die Steuer automatisch ans Finanzamt gehen soll
  • du ein klassisches Weltportfolio ohne SRI-Filter willst

Die Fakten auf einen Blick

Peaks Logo

Unternehmen

Peaks B.V.

Website

peaks.com/de/de/

Hauptsitz

Amsterdam, Niederlande

Marktstart Deutschland

2017

Depotführung

Niederlande

Regulierung

DNB und AFM (Niederlande)

Broker

Binck/Saxo Professional Services

Mindestanlage

1 €

Kostenmodell

Abo: Starter 1,99 €/Mon + 0,5 %, Komplett 2,99 € + 0,4 %, Premium 4,99 € + 0,25 %

Fondskosten

0,18−0,26 % p.a.

Anzahl Portfolios

4 Standardportfolios + Eigenbau

ESG

alle Portfolios vollständig SRI

Deutsche Steuerabführung

Nein

Sparplan

ab 1 €/Monat

Entnahmeplan

Nein

Kinderdepot

Nein

Firmendepot

Nein

VL-Sparplan

Nein

App

Ja (iOS, Android)

Echtgeld-Test bei GELDANLAGEdigital

Nein

Du willst Peaks mit anderen Anbietern vergleichen?

Zum Robo-Advisor-Vergleich: 33 Anbieter im Echtgeld-Test

Peaks Performance im Echtgeld-Test

Wir haben bei Peaks kein Live-Depot. Peaks hat sich bisher nicht entschieden, am Echtgeld-Test teilzunehmen.

Ein paar Dinge lassen sich trotzdem einordnen. Die vier Portfolios sind passiv, mit sechs nachhaltigen Indexfonds in wechselnder Gewichtung. Peaks selbst nennt erwartete Bruttorenditen zwischen 4,4 und 6,9 % pro Jahr, je nach Risikoprofil.

Das ist ehrlich, und es ist ungefähr das, was passive SRI-Strategien in unseren Echtgeld-Daten abwerfen. Solides Mittelfeld, selten Spitzengruppe. Die SRI-Ausrichtung verkleinert das Universum und kann in bestimmten Marktphasen Rendite kosten.

Zum Vergleich: growney läuft seit fünf Jahren mit echtem Geld in unserem Test und liefert stabile Zahlen. quirion ist seit 2020 im Echtgeld-Feld, mit klassischem Weltportfolio und nachhaltiger Variante. Wenn Peaks belastbare Zahlen liefert, ergänzen wir hier.

→ Alle Anbieter im direkten Vergleich: Robo Advisor Performance-Ranking

Was Peaks an Kosten aufruft, schauen wir jetzt an.

Was kostet Peaks? Alle Gebühren im Überblick

Peaks läuft über ein Abo-Modell mit drei Stufen. Jede Stufe kombiniert einen festen Monatsbetrag mit einem prozentualen Anteil auf den Depotwert.

Starter

1,99 €

Grundgebühr/Monat

+

0,50 %

Variabel p.a.

+

0,22 %

Ø Fondskosten

Komplett (lt. Peaks ab 12.000 € sinnvoll)

2,99 €

Grundgebühr/Monat

+

0,40 %

Variabel p.a.

+

0,22 %

Ø Fondskosten

Premium (lt. Peaks ab 16.000 € sinnvoll)

4,99 €

Grundgebühr/Monat

+

0,25 %

Variabel p.a.

+

0,22 %

Ø Fondskosten

Dazu kommen die Produktkosten der eingesetzten ETFs, laut Peaks zwischen 0,18 und 0,26 % pro Jahr, plus ein kleiner Spread beim Kauf und Verkauf von 0,03 bis 0,05 % pro Transaktion.

Was heißt das in Euro? Bei 50.000 Euro im Premium-Paket zahlst du rund 185 Euro an Peaks und etwa 110 Euro an ETF-Kosten. Macht knapp 300 Euro im Jahr. Bei 100.000 Euro sind es im Premium rund 310 Euro an Peaks plus 220 Euro ETF-Kosten, zusammen rund 530 Euro.

Der eigentliche Haken steckt nicht in der Höhe, sondern in der Optik. Die 1,99 Euro, mit denen Peaks auf der Homepage einsteigt, gelten nur fürs Starter-Paket. Ab 12.000 Euro empfiehlt Peaks selbst den Wechsel ins Komplett-Paket, ab 16.000 Euro ins Premium.

Für eine Depotgröße, die ernsthaft Vermögen aufbaut, ist Premium der Preis, der zählt. Damit ist Peaks kein günstiger Einsteiger-Robo, sondern ein solider Mittelfeldspieler mit Abo-Tarnung.

Peaks kündigen kostet nichts. Keine Mindestlaufzeit, keine Auszahlungsgebühr. Anteilige Kosten des laufenden Monats werden bei Kündigung noch verrechnet.

→ Alle Anbieter im Kostenvergleich: Was kostet ein Robo Advisor?

Wofür du bei Peaks zahlst, schauen wir uns jetzt die Anlagestrategie an.

Peaks Anlagestrategie: So wird dein Geld investiert

Vier Portfolios, eine SRI-Logik

Du wählst zwischen Vorsichtig, Balanciert, Ambitiös und Abenteuerlich. Die Aktienquote reicht von 30 Prozent (Vorsichtig) bis 90 Prozent (Abenteuerlich), der Rest sind Anleihen.

Die sechs Bausteine decken globale Aktien (USA, Europa, Pacific, Emerging Markets) sowie Staats- und Unternehmensanleihen ab. Alle Aktien-ETFs folgen MSCI-SRI-Indizes, also den rund 25 Prozent der nachhaltigsten Unternehmen pro Sektor. Ausgeschlossen sind Rüstung, Tabak, Alkohol, Kernenergie, Glücksspiel und bestimmte Gentechnik.

Wer ein klassisches Weltportfolio ohne Nachhaltigkeitsfilter sucht, findet es hier nicht. SRI ist Pflicht, nicht Option.

Eigenes Portfolio bauen

Peaks lässt dich aus den hauseigenen Fonds ein eigenes Portfolio bauen, ohne Aufschlag. Die Auswahl bleibt aber im Peaks-Universum, externe ETFs kommen nicht rein. Eher Wahlmöglichkeit als echter Eigenbau.

Was nach der Einzahlung passiert

Einmal-Einzahlungen per Sofortüberweisung laufen am selben Tag durch, andere Einzahlungen brauchen ein bis zwei Werktage. Dividenden der ausschüttenden ETFs werden automatisch in denselben Fonds reinvestiert.

Rebalancing läuft bei Peaks manuell. Peaks empfiehlt, einmal im Jahr zu rebalancen, sobald die Allokation um fünf Prozent oder mehr vom Zielportfolio abweicht. Bei deutschen Robos passiert das im Hintergrund, ohne dass du darüber nachdenkst.

Einordnung

Der Ansatz ist sauber und nachvollziehbar. Passive SRI-Portfolios mit fester Auswahl, geringe Komplexität, konsistente Linie. Mehrere deutsche Robos bieten einen sehr ähnlichen passiven Ansatz, oft bei niedrigeren Gesamtkosten, mit automatischem Rebalancing und automatischer deutscher Steuerabführung.

Depot eröffnen, Dashboard und Peaks App

Die Kontoeröffnung läuft komplett in der App. Steuer-ID, Video-Ident, Girokonto verknüpfen, Risikofragebogen, fertig. Ab 1 Euro Peaks Mindestanlage bist du drin, der Sparplan startet ab 1 Euro pro Monat.

Eine Grenze fällt schnell auf. Automatische Einzahlungen sind auf 2.500 Euro pro Monat gedeckelt. Wer mehr sparen will, muss jeden Monat manuell per Überweisung oder Sofortüberweisung (bis 50.000 Euro pro Transaktion) nachlegen. Bei deutschen Robos gibt es diesen Deckel in der Regel nicht, und beim ernsthaften Vermögensaufbau fällt er spürbar auf.

Das Dashboard sitzt in der Peaks-App und wird von einem Webportal gespiegelt. Kontostand, Rendite-Graph, Portfolio-Zusammensetzung sind jederzeit abrufbar. Push-Meldungen halten dich bei Einzahlungen und Depot-Bewegungen auf dem Laufenden.

Jetzt zur Frage, die bei einem niederländisch regulierten Anbieter nicht unter den Tisch gehört. Was passiert mit deinem Geld, wenn etwas schiefgeht?

Ist Peaks sicher? Was du über das Konstrukt wissen musst

Wer steckt hinter Peaks?

Peaks wird von der Peaks B.V. mit Sitz in Amsterdam betrieben. Reguliert wird das Unternehmen von der niederländischen Zentralbank (DNB) und der niederländischen Finanzmarktaufsicht (AFM). Die deutsche BaFin ist nicht zuständig. Peaks nutzt den europäischen Pass für das Deutschland-Geschäft.

Rechtlich sauber und EU-weit anerkannt. Für Beschwerden, die du nicht direkt mit Peaks klären kannst, ist das niederländische KiFid in Den Haag zuständig. Kommunikation läuft dort auf Niederländisch oder Englisch, Peaks bietet an, deutsche Beschwerden zu übersetzen.

Was passiert, wenn Peaks pleite geht?

Deine ETFs sind Sondervermögen. Das Eigentum daran bleibt bei dir, unabhängig davon, was bei Peaks oder dem Broker Binck/Saxo passiert. Bei einer Insolvenz tauchen deine Wertpapiere nicht in der Insolvenzmasse auf.

Für Barbestände greift die niederländische Einlagensicherung bis zu den EU-üblichen 100.000 Euro pro Einleger. Zusätzlich existiert eine niederländische Anlegerentschädigung bis 20.000 Euro für den unwahrscheinlichen Fall, dass Wertpapiere durch Pflichtverletzungen nicht zurückgegeben werden können.

Selbst wenn Peaks morgen schließt, bleibt dein Depot geschützt.

Was wir kritisch sehen

Ein Referenzkontenprinzip gibt es nicht. Auszahlungen gehen zurück auf das verknüpfte Girokonto. Ein fest hinterlegtes externes Referenzkonto mit zusätzlichem Schutz gegen unbefugten Zugriff ist nicht vorgesehen. Im deutschen Robo-Markt ist das eher Standard.

Support

Live-Chat in der App, E-Mail, Telefon. Der Chat wird von Menschen bedient, Antwortzeit liegt laut Peaks bei maximal 24 Stunden. Für Beschwerden gibt es innerhalb der Peaks B.V. einen unabhängigen Compliance-Beauftragten.

Was Peaks noch bietet: Wechselgeld, Krypto und Eigenbau

Wechselgeld-Investieren

Kartenzahlungen werden zum nächsten Euro aufgerundet, die Differenz einmal pro Woche ins Depot geschoben. Alternativ zahlst du täglich einen festen Betrag zwischen 1 und 10 Euro ein. Peaks selbst beziffert den Effekt auf rund 50 Cent Wechselgeld pro Woche. Kein Ersatz für echtes Sparen, aber nette Ergänzung im Hintergrund.

Krypto-ETPs

Peaks integriert Bitcoin- und Ethereum-ETPs als Portfolio-Bausteine. Fondskosten liegen bei 0,98 % (Bitcoin) und 1,25 % (Ethereum) pro Jahr. Peaks erhebt keine zusätzlichen Transaktionskosten. Randthema für ein strategisch gebautes Depot, aber verfügbar, wenn du den Krypto-Anteil direkt im Robo halten willst.

Eigenes Portfolio aus Peaks-Fonds

Wer die vier Standardportfolios zu starr findet, stellt sich aus den Peaks-Bausteinen ein eigenes zusammen, ohne Aufschlag. Das Universum bleibt eng, hilft aber denen, die eine spezifische Aktien-Anleihen-Mischung wollen, die außerhalb der vier Profile liegt.

Was fehlt

Einiges. Und genau an den Stellen, an denen ein Kerndepot im Lauf der Jahre Gewicht bekommt.

Kein Kinderdepot. Wer parallel zum eigenen Depot Vermögen für ein Kind aufbauen will, geht zu einem anderen Anbieter.

Kein Firmendepot. Unternehmer mit Liquidität in der Firma bekommen bei Peaks kein Investmentkonto auf die Gesellschaft.

Kein Entnahmeplan. In der späteren Phase gibt es nur freie manuelle Auszahlungen, keinen strukturierten Auszahlplan.

Kein VL-Sparplan. Vermögenswirksame Leistungen vom Arbeitgeber laufen nicht ins Peaks-Portfolio.

Kein Altersvorsorgeprodukt. Keine bAV-Integration, kein dedizierter Rentenbaustein.

Das sind Bausteine, die bei Robos wie growney, quirion oder Evergreen seit Jahren Standard sind.

Peaks Erfahrungen: Was wir und andere sagen

Wir haben bei Peaks kein Live-Depot. Peaks hat sich bisher nicht entschieden, am Echtgeld-Test teilzunehmen. Beurteilen können wir Produktaufbau, Kostenstruktur, Dokumentation und das Unternehmen dahinter.

Trustpilot führt Peaks mit 925 Bewertungen bei 4,6 Sternen. Ein belastbarer Wert, der speziell auf den Peaks Robo bezogen ist, nicht auf eine Gesamtmarke.

Stiftung Warentest hat Peaks bisher nicht getestet. Finanztip führt Peaks nicht in seinen Robo-Advisor-Empfehlungen. Beide decken den deutschen Robo-Markt regelmäßig ab. Dass Peaks seit Jahren nicht auftaucht, ist kein K.-o.-Kriterium, aber eine Auffälligkeit, die im Entscheidungsprozess nicht untergehen sollte.

Für ein Einstiegs- oder Zweitdepot reicht, was Peaks heute zeigt. Für eine strategische Kerndepot-Entscheidung fehlen belastbare Echtgeld-Performance und unabhängige Fachbewertung.

Wie schneidet Peaks im Vergleich ab?

Peaks ist ein konsistent nachhaltiger Micro-Investing-Robo mit solider App. Fürs Wechselgeld-Szenario ist das ein sauberes Angebot. Für größere Depots gibt es in unserem Echtgeld-Test Anbieter, die in den Kategorien, in denen Peaks schwächelt, deutlich stärker aufgestellt sind.

Du willst, dass die Steuer automatisch ans deutsche Finanzamt geht?growney führt die Abgeltungsteuer automatisch ab und läuft seit fünf Jahren mit echtem Geld in unserem Test. Passive Weltportfolios, kein Abo-Modell. Zum growney Test →

Du brauchst Kerndepot, Kinderdepot und Entnahmeplan aus einer Hand?Evergreen kombiniert Kinderdepot, Entnahmeplan und bAV-Integration in einem Paket. Das volle Set, das bei Peaks fehlt. Zum Evergreen Test →

Du willst nachhaltig anlegen, aber mit deutscher Steuerautomatik und Echtgelddaten?quirion bietet eine vollständig nachhaltige Portfoliovariante, läuft seit 2020 im Echtgeld-Test und führt die Steuer automatisch ab. Klassische Weltportfolio-Logik, ohne Abo-Grundgebühr. Zum quirion Test →

Nächste Schritte

Du willst Peaks trotzdem ausprobieren? Für ein Wechselgeld-Depot, eine nachhaltige Mini-Position oder ein Zweitdepot mit 1-Euro-Einstieg funktioniert das. Nur erwarte keine deutsche Steuerautomatik, keinen Entnahmeplan und keinen automatischen Sparplan über 2.500 Euro im Monat.

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Michael Beutel beschäftigt sich seit über 26 Jahren mit den Kapitalmärkten. 2016 hat er GELDANLAGEdigital gegründet, seit 2020 investiert er eigenes Geld in derzeit 25 Robo Advisor Strategien. Die Ergebnisse veröffentlicht er jeden Monat. Als Diplom-Volkswirt und Diplom-Kaufmann verbindet er Finanzwissen mit dem, was die meisten Vergleichsportale nicht haben: echtes Geld im echten Markt. Mehr über Michael und die Plattform →

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